Zivile Seenotrettung: Sea Watch 4 wartet mit 480 Migranten an Bord auf Einfahrt in Hafen

Das deutsche Seenotrettungsschiff "Sea Watch 4" wartet mit hunderten Migranten an Bord auf dem Mittelmeer auf die Erlaubnis, in einen Hafen einfahren zu dürfen. Die Lage an Bord sei verheerend, heißt es.

Zivile Seenotrettung: Sea Watch 4 wartet mit 480 Migranten an Bord auf Einfahrt in Hafen

Das deutsche Seenotrettungsschiff "Sea Watch 4" wartet mit hunderten Migranten an Bord auf dem Mittelmeer auf die Erlaubnis, in einen Hafen einfahren zu dürfen. Die Lage an Bord sei verheerend, heißt es.

Die deutschen Seenotretter der privaten Organisation Sea-Watch warten mit mehr als 480 geretteten Menschen an Bord weiter auf einen sicheren Hafen. Das bestätigte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Viele Menschen erschöpft, seekrank und dehydriert

Zuletzt habe die Crew der "Sea-Watch 4" bei ihrem siebten Rettungseinsatz seit dem vergangenen Donnerstag mehr als 100 Bootsmigranten von einem doppelstöckigen Holzboot in Sicherheit gebracht. Darunter sei auch ein Neugeborenes gewesen. Viele Menschen auf dem Schiff der in Berlin ansässigen Organisation seien sehr erschöpft, seekrank und dehydriert. PAID Interview mit Seenotretter Sean Binder 19.00

Migranten versuchen immer wieder, in oft überfüllten Booten Italien und damit die EU zu erreichen. Auf der italienischen Insel Lampedusa, die zwischen Tunesien und Malta liegt, registrierten die Behörden in der Nacht zu Montag insgesamt fast 350 Menschen, die dort in mehreren Booten ankamen. Das berdie Nachrichtenagentur Ansa. Das Auffangzentrum auf der Insel sei überfüllt.

"Sea Watch 4" erst vergangene Woche offenbar von libyscher Küstenwache bedroht

Vor Kalabriens rettete die Küstenwache laut Ansa in derselben Nacht fast 90 Menschen aus Seenot. Die Behörden brachten sie in die Hafenstadt Roccella Ionica. Dort stieg die Zahl ankommender Migranten in den zurückliegenden Monaten deutlich. Dem italienischen Innenministerium zufolge erreichten in diesem Jahr bislang rund 59.700 Migranten in Booten Italien. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es fast 32.500. Das Mittelmeerland fordert von der EU schon länger Hilfe bei der Verteilung der Menschen.

Erst vergangene Woche hatte die "Sea Watch 4" Schlagzeilen gemacht. Laut der Rettungsorganisation habe es offenbar einen Konflikt mit einem Boot der libyschen Küstenwache gegeben, das über Funk gar mit einer Entführung und Beschuss des Seenotrettungsschiffs gedroht habe. Die in Berlin ansässige Organisation hatte im Nachhinein Europa dazu aufgefordert, die Zusammenarbeit mit Libyen im Mittelmeer zu beenden.