Zehn Niederlagen in Folge: Zu schlecht für die Bundesliga: Fürth stellt traurigen Rekord ein - und darf für die 2. Liga planen

Dass es nach dem Aufstieg nicht leicht würde, war klar, aber so? Die SpVgg Greuther Fürth hat mit zehn Niederlagen in Folge einen traurigen Bundesliga-Rekord eingestellt. Die einzige Gewissheit lautet nun: Fürth darf für die 2. Liga planen.

Zehn Niederlagen in Folge: Zu schlecht für die Bundesliga: Fürth stellt traurigen Rekord ein - und darf für die 2. Liga planen

Dass es nach dem Aufstieg nicht leicht würde, war klar, aber so? Die SpVgg Greuther Fürth hat mit zehn Niederlagen in Folge einen traurigen Bundesliga-Rekord eingestellt. Die einzige Gewissheit lautet nun: Fürth darf für die 2. Liga planen.

Das Spiel der SpVgg Greuther Fürth in Mönchengladbach war ein Offenbarungseid. Mit 4:0 ging der Aufsteiger im Borussia-Park unter. Es war ein bisschen so, als würde eine Herrenmannschaft gegen eine überforderte Jugendauswahl kicken. Die Gladbacher kombinierten sich mit Leichtigkeit durch die Reihen der Führter, oder den Gästen unterliefen krasse Fehler wie von Torwart Marius Funk, der eine Rückgabe direkt in den Fuß von Florian Neuhaus spielte. Der Mittelfeldspieler nahm den Geschenk dankend an und schoss den Ball direkt ins Tor. Zur Pause stand es schon 3:0, in der zweiten Hälfte ließen es die spielfreudigen Gladbacher ruhiger angehen, von Fürth ging keine Gefahr aus. Der vierte Treffer ging auf das Konto von Paul Seguin, der im Mittelfeld den Ball vertändelte.

Das Fazit von Trainer Stefan Leitl fiel nach dem Spiel folgerichtig so aus: "Das war eine verdiente Niederlage. Wir waren von der ersten Minute nicht in der Lage, ein gleichwertiger Gegner zu sein."STERN PAID Joshua Kimmich 15.00

Eine wahre Horror-Bilanz

Fürth hat bislang eine wahre Horror-Bilanz vorzuweisen. Die Niederlage gegen Gladbach war die elfte im zwölften Spiel. Und es war die zehnte in Serie. Damit befinden sich die Fürther in einem exklusiven Kreis: Auch der 1. FC Nürnberg (1983/84), Arminia Bielefeld (1999/00) und Tasmania Berlin (1965/66) legten solche Pleiteserien hin. Alle drei stiegen am Ende aus der Bundesliga ab.

Der eine Punkt, den Fürth bislang ergattert hat, stammt vom Unentschieden gegen Arminia Bielefeld am 2. Spieltag. Statistisch betrachtet ist der Verein zu diesem Zeitpunkt der Saison sogar die schlechteste Bundesliga-Mannschaft aller Zeiten. Angesprochen auf die Negativserie drückte es Angreifer Jamie Leweling am Mikrofon von Sky sehr direkt aus: "Wie soll's einem da gehen? Natürlich richtig scheiße."

Ohne zu übertreiben darf man feststellen: Die Lage ist für den Aufsteiger schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison hoffnungslos, die Planungen für die 2. Liga dürfen beginnen. Vermutlich geht es für das Team und den ganzen Klub nur noch darum, sich mit Anstand aus der Liga zu verabschieden und den einen oder anderen Dreier einzufahren.

Die besten Spieler verließen den Verein vor der Saison

Dass es nicht leicht werden würde, war den Verantwortlichen wie Sportdirektor Rachid Azzouzi vor der Saison bewusst. Fürth erlitt einen sportlichen Aderlass wie so viele Aufsteiger oder kleine Klubs zuvor, wenn auf einmal der Erfolg da ist. Mit Anton Stach, David Raum, Sebastian Ernst und Paul Jaeckel verließen vier der besten Spieler den Verein in Richtung größerer Klubs. Die Neuverpflichtungen zündeten nicht. Es gab Verletzungspech und coronabedingte Ausfälle, doch am Ende bleibt wohl nur die Erkenntnis, dass der Kader nicht bundesligatauglich ist.

Angesichts des kleinsten Etats der Liga verwundert das nicht. Schon der Aufstieg war ein kleines Wunder angesichts der Geldknappheit. Die Lage ist also aussichtslos.

Quellen: DPA, "kicker"