"Welle trifft unser Land mit voller Wucht" – Merkel fordert Grenzwert für Klinikauslastung

Die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine weitere Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen bei den anstehenden Bund-Länder-Beratungen gefordert. Sie fordert einen Grenzwert für die Auslastung von Kliniken, ab welchem zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

"Welle trifft unser Land mit voller Wucht" – Merkel fordert Grenzwert für Klinikauslastung

Die gegenwärtige Pandemie-Lage sei dramatisch, sagte Angela Merkel in einer Videokonferenz bei der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags am Mittwoch in Erfurt. "Die vierte Welle trifft unser Land mit voller Wucht." Die Beratungen mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag seien "überfällig", machte Merkel deutlich.

Konkret forderte sie, einen Grenzwert festzulegen, ab welcher Klinikauslastung zusätzliche Eindämmungsmaßnahmen greifen sollen. Ohne einen Schwellenwert bliebe der vereinbarte Index für die Zahl der aufgenommenen Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen "ein zahnloser Tiger". Es wäre "eine Katastrophe", erst dann zu handeln, wenn die Intensivstationen voll seien.

Entscheidend sei außerdem, bei den Impfungen voranzukommen:

"Es ist auch jetzt überhaupt nicht zu spät, sich für eine Erstimpfung zu entscheiden."

Nötig sei jetzt zugleich eine nationale Kraftanstrengung bei der Auffrischung länger zurückliegender Impfungen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus Israel zeigten, dass man mit "Booster"-Impfungen die Welle brechen könne.

Merkel sagte, sie sei "in tiefer Sorge" über die Lage in einigen Ländern. Oberstes Ziel sei, eine Überbelastung des Gesundheitssystems zu vermeiden und so Menschenleben zu schützen. Dazu gehöre, dass Corona-Patienten, aber auch alle anderen eine bestmögliche Behandlung bekommen könnten. Die "bittere Wahrheit" sei, dass dies in den am schwersten betroffenen Landkreisen schon nicht mehr möglich sei.

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(rt de/dpa)