Weil er zu viel isst: Influencer bekommt Hausverbot in "All you can eat"-Lokal

Ein chinesischer Influencer verschlingt riesige Mengen an Essen und filmt sich dabei. In einem Restaurant wurde er deshalb rausgeworfen. Der Trend wird aber auch zum Problem für die chinesische Gesellschaft.

Weil er zu viel isst: Influencer bekommt Hausverbot in "All you can eat"-Lokal

Ein chinesischer Influencer verschlingt riesige Mengen an Essen und filmt sich dabei. In einem Restaurant wurde er deshalb rausgeworfen. Der Trend wird aber auch zum Problem für die chinesische Gesellschaft.

In Asien ist es schon seit längerer Trend, über Videoplattformen anderen Menschen beim Essen zu sehen. Entweder um sich selbst bei den Mahlzeiten nicht so einsam zu fühlen, oder um zu bestaunen, wie viel Essen manche während ihrer Livestreams in sich hineinschaufeln können. Einer dieser Streamer, der sich im Netz Mr. Kang nennt, hat es allerdings übertrieben: Er bekam Hausverbot von einem All-you-can-Restaurant, weil er zu viel gegessen hatte.

Mehrere Male hatte sich der Food-Influencer über das Buffet in dem Lokal hergemacht – und dabei offenbar solche Unmengen an Essen vertilgt, dass ihn die Betreiber nicht mehr sehen wollten. Bei seinem ersten Besuch aß er 1,5 Kilogramm Schweinefüße, ein anderes Mal gar dreieinhalb bis vier Kilogramm Garnelen, wie er in einem Interview mit einem chinesischen Fernsehsender, über das die BBC berichtet, erzählte. Da zog das Restaurant die Notbremse und wies dem Vielesser die Tür.PAID STERN 2008_18 Die Geschichte Chinas Teil 4 20.27

Vier Kilo Garnelen, 30 Flaschen Milch

Die Besuche des Influencer bedeuteten für ihn einen großen finanziellen Verlust, beklagte der Restaurantbesitzer: "Jedes Mal, wenn er kommt, verliere ich mehrere Hundert Yuan." Hundert Yuan entsprechen etwa 14 Euro. Mr. Kang leere ganze Schüsseln, während andere Kunden sich nur mit der Zange bedienen würden. "Sogar wenn er Sojamilch trinkt, trinkt er 20 bis 30 Flaschen."

Der Ausgesperrte fühlt sich derweil ungerecht behandelt – und scheint nicht einzusehen, dass er dem Lokalbesitzer damit förmlich die Haare vom Kopf frisst. Mr. Kang empfindet das rigorose Handeln des Restaurantbetreibers vielmehr als "diskriminierend" gegenüber Menschen, die viel essen. "Ich kann nun mal viel essen – ist das ein Fehler?", fragt er.

Chinesische Regierung warnt vor Lebensmittelknappheit

Der Fall wird auf dem chinesischen Social-Media-Netzwerk Weibo heiß diskutiert. Jedoch nicht nur, weil er so kurios anmutet, sondern auch wegen eines ernsten Hintergrunds: Vor kurzem erst hatte die chinesische Regierung vor möglichen Versorgungsengpässen aufgrund von Corona-Ausbrüchen und starken Regenfällen gewarnt und Familien zu Vorratskäufen geraten. Das hatte in der Bevölkerung für Unruhe gesorgt. Die Preise für einige Lebensmittel haben sich verdoppelt.

Schon seit dem vergangenen Jahr hat China den sogenannten Essensinfluencern, die große Mengen verschlingen, den Kampf angesagt. Die Führung um den Staatspräsidenten Xi Jinping startete eine "Leere-Teller-Kampagne" gegen Lebensmittelverschwendung – auch hier getrieben von der Furcht vor Versorgungsengpässen. "Rettet Lebensmittel, esst vernünftig" lautete einer der Slogans, die damals über Social Media verbreitet wurden. Mr. Kang allerdings legt Wert auf die Feststellung, dass er stets alles aufesse und keine Lebensmittel verschwende.

Quellen: BBC (1) / BBC (2) / n-tv