Vorwürfe gegen Politiker: "Ist mir nicht bekannt": China wiegelt Fragen nach verschwundenem Tennisstar Peng Shuai ab

Die nach Missbrauch-Vorwürfen gegen einen Ex-Vizepremier verschwundene Tennisspielerin Peng Shuai beschäftigt mittlerweile auch die Diplomatie. China versucht indes Fragen abzuwimmeln.

Vorwürfe gegen Politiker: "Ist mir nicht bekannt": China wiegelt Fragen nach verschwundenem Tennisstar Peng Shuai ab

Die nach Missbrauch-Vorwürfen gegen einen Ex-Vizepremier verschwundene Tennisspielerin Peng Shuai beschäftigt mittlerweile auch die Diplomatie. China versucht indes Fragen abzuwimmeln.


 Wo steckt Peng Shuai? Diese Frage stellt mittlerweile auch die US-Regierung. Kurz nachdem der Tennisstar schwere Vorwürfe gegen einen ehemaligen ranghohen chinesischen Politiker erhoben hatte, verschwand sie quasi spurlos. Jetzt fordern die USA Aufklärung. Doch China blockt.

"Es handelt sich nicht um eine diplomatische Frage", erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, nach Angaben der Nachrichtenagentur "AP" am Freitag auf Nachfrage von Reportern. Und ging noch weiter: "Mir ist die Situation nicht bekannt." Es ist laut der Zeitung nicht das erste Mal, dass das Ministerium jegliche Kenntnis des Falls leugnet.STERN PAID Verschwundene Tennisspielerin 14.55

USA fordern Beweise

Dass es sich nicht um einen diplomatischen Fall handle, sehen die USA nicht so. Die Regierung fordert nun Aufklärung. Man erwarte "unabhängige und verifizierbare Beweise über ihren Aufenthaltsort und ihre Sicherheit", erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses. Jen Psaki, am Freitag. "Wir sind tief besorgt über Berichte zum möglichen Verschwinden der Tennisspielerin Peng Shuai", twitterte die Vize-Außenministerin Wendy Sherman. Auch sie forderte unabhängige Beweise für Pengs Sicherheit. "Frauen auf der ganzen Welt verdienen es, dass ihre Berichte zu sexuellen Angriffen ernst genommen und untersucht werden."

Die 35-Jährige Weltranglisten-Spielerin ist von der Bildfläche verschwunden, nachdem sie am 2. November in einem Post auf der größten chinesischen Social-Media-Plattform Weibo schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Vize-Premier Zhang Gaoli erhoben hatte. Das ranghohe Mitglied der regierenden Kommunistischen Partei habe sie vor drei Jahren in seinem Haus zum Sex gezwungen, hieß es in einem langen Post. Er verschwand nur eine halbe Stunde später aus dem Netz. Peng wurde selbst ebenfalls nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

In der Tennisszene sorgte der Fall für Entsetzen. "Das ist schrecklich, ich meine, eine Person ist verschwunden", erklärte Topspieler Novak Djokovic bei den ATP-Finalen in Turin. Serena Williams erklärte bei Twitter, sie sei "am Boden zerstört und schockiert". Steve Simon, Chef des Damentennis-Verbandes WTA, drohte gar, das Land komplett von Turnieren auszuschließen, obwohl dem Verband dadurch Hunderte Millionen Dollar verlieren würde. "Es ist größer als das Geschäft. Frauen müssen respektiert und nicht zensiert werden"; sagte er "CNN".

Quellen:AP, CNN