USA: Polizei klärt Bankraub nach über 50 Jahren Ermittlungen auf

Dank eines Nachrufs ist es der Polizei in den USA gelungen, ein Verbrechen aufzuklären, das vor über 50 Jahren begangen worden war. Der Täter änderte seinen Namen und führte seitdem ein unauffälliges Leben. Einer der Ermittler erbte den Fall von seinem Vater.

USA: Polizei klärt Bankraub nach über 50 Jahren Ermittlungen auf

Die Polizei in den USA hat einen der größten Bankraube in der Geschichte des Landes aufgeklärt. Die Ermittlung nahm 52 Jahre in Anspruch. Dennoch wurde schließlich niemand verhaftet: Der Täter ist seit einigen Monaten tot.

Ted Conrad hatte bei der Society National Bank in Cleveland, Ohio, als Kassierer gearbeitet. Im Juli 1969 raubte er seinen Arbeitgeber aus.

Conrad stahl 215.000 US-Dollar, die heute umgerechnet ungefähr 1,5 Millionen Euro wert wären. Am Freitagabend, als der Chef schon weg war, steckte er das Geld in eine Papiertüte und fuhr direkt zum Flughafen. Als der Diebstahl am Montagmorgen entdeckt wurde, war Conrad bereits verschwunden.

Wie Freunde des Täters später erzählten, war Conrad damals von dem Film "Thomas Crown ist nicht zu fassen" aus dem Jahr 1968 besessen. Im Film führt die Hauptfigur ebenfalls einen Bankraub durch.

Conrad soll sogar den Namen seines Helden übernommen haben: Er lebte die nächsten mehr als 50 Jahre unter dem Namen Thomas Randele. Er siedelte nach Boston über, lernte dort seine Frau kennen und führte für einen reichen Mann ein unerwartet unauffälliges und anspruchsloses Leben. Er arbeitete in einem Unternehmen zum Verkauf von Gebrauchtwagen und spielte Golf. Mit 71 Jahren starb er an Lungenkrebs.

Der Nachruf für den Mann zog jedoch die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Beim Vergleich von Papieren, die Conrad unter seinem wirklichen Namen in den 1960er Jahren und unter seinem neuen Namen ausgefüllt hatte, stellte man fest, dass es sich um dieselbe Person handelte.

Einer der Ermittler, Peter Elliott, erzählte gegenüber Medien, er hätte den Fall von seinem Vater John geerbt. Die Ermittlung hatte John Elliott viel Kraft und Zeit gekostet. Er war nach den Worten seines Sohns von der Frage besessen, was aus den tollkühnen Dieben geworden sei. Peters Vater starb im Jahr 2020. Der Sohn hofft, die Klärung des Verbrechens werde seinem Vater den Frieden schenken.

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