Ursprung der Corona-Pandemie: Erste Covid-Patientin war wohl Fischverkäuferin in Wuhan

Wo begann die Corona-Pandemie? Forscher haben akribisch Daten aus China ausgewertet und spürten jetzt wohl die erste Patientin auf. Es soll eine Frau aus Wuhan sein.

Ursprung der Corona-Pandemie: Erste Covid-Patientin war wohl Fischverkäuferin in Wuhan

Wo begann die Corona-Pandemie? Forscher haben akribisch Daten aus China ausgewertet und spürten jetzt wohl die erste Patientin auf. Es soll eine Frau aus Wuhan sein.

Wie genau die Corona-Pandemie entstand und wo das Virus herkommt, ist noch immer nicht abschließend geklärt, generell gilt China als Ursprungsland, und wahrscheinlich verbreitete sich die Krankheit von Wuhan aus in die ganze Welt.

Zwei Jahre nach ihrem Ausbruch liefert ein renommierter Evolutionsbiologe weitere Belege dafür, dass der Huanan-Tiermarkt in der chinesischen Metropole Wuhan der wahrscheinliche Ursprungsort des Virus ist. Der erste bestätigte Fall eines Menschen mit Covid-Symptomen könne zurückverfolgt werden zu einer Fischverkäuferin auf jenem Markt, berichten mehrere Medien, unter anderen der "Independent" und zitieren aus einer neuen Studie. Die Frau sei die erste bestätigte Covid-Patientin. Sie habe auf dem Markt gearbeitet und am 11. Dezember 2019 Symptome entwickelt. Wie sich die Krankheit bei der Frau danach entwickelt habt, ist aus den neuen Berichten zum Ursprung der Corona-Pandemie nicht ersichtlich.

Erste Patienten in Wuhan erkrankten im Dezember 2019 an Covid

Bisher war man Presseberichten zufolge davon ausgegangen, dass der erste Corona-Fall ein 41-Jahre alter Buchhalter aus derselben Region gewesen sei, der allerdings mehr als 30 Kilometer südlich des Marktes wohnte. Seine Corona-Symptome hätten aber wohl etwas später angefangen als die der Fischverkäuferin, legt die neue Studie nahe. Er sein um den 16. Dezember 2019 erkrankt. Vermutlich habe er sich im öffentlichen Nahverkehr angesteckt oder bei einer Zahnbehandlung im örtlichen Krankenhaus, da das Virus zu der Zeit sich schon im öffentlichen Leben in Wuhan verbreitet habe, fanden der Forscher Michael Worobey und sein Team für ihre neue Untersuchung heraus.STERN PAID Booster-Impfungen Studien 17.00

Die Wissenschaftler um Worobey haben für ihren jetzt im Fachjournal "Science" erschienenen Artikel entscheidende Ereignisse aufgelistet, die sich im Dezember 2019 und Januar 2020 in Wuhan abspielten. Dabei erstellten sie eine Zeitleiste der ersten bekannten Fälle, die sie unter anderem aus Zeitungsberichten und zugänglichen Krankenhausdaten zusammentrugen.

Dass die meisten frühen symptomatischen Fälle mit dem Huanan-Tiermarkt in Verbindung gebracht werden konnten, sei ein "starkes Indiz" dafür, dass die Pandemie auf dem Markt ihren Ursprung hatte, lautet die Schlussfolgerung der Wissenschaftler vom Institut für Ökologie und Evolutionsbiologie der Universität Arizona. 

Proben von Tieren aus Wuhan gibt es leider nicht

Zwar seien bisher keine eindeutigen Beweise erbracht worden, da keine Proben von Tieren vorliegen würden, die zum Zeitpunkt des Ausbruches auf dem Markt verkauft wurden. Schließlich sei der Huanan-Markt rasch geschlossen und desinfiziert worden. Dies bedeute jedoch nicht, dass das Rätsel um den Ausbruch niemals gelöst werden könne, so der Forscher. 

Schlüssige Beweise könnten etwa durch die Analyse räumlicher Muster früher Fälle in Wuhan und zusätzlicher Gendaten aus weiteren Proben damaliger Patienten gewonnen werden. "Von dieser Anstrengung hängt die Verhinderung zukünftiger Pandemien ab", so Worobey. 

Das Virus tauchte Ende 2019 erstmals in Wuhan auf. Ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durfte jedoch erst mehr als zwölf Monate später nach China reisen und war ohne klare Ergebnisse zurückgekehrt. Das Team teilte im Anschluss mit, dass nicht völlig klar sei, ob der Markt der tatsächliche Ausgang der Pandemie war. 

Eine weitere Untersuchung vor Ort will China nicht zulassen. Unter anderem die US-Regierung wirft Peking vor, den Experten Informationen vorenthalten zu haben. China wirft den USA und anderen Ländern dagegen vor, die Pandemie und die Suche nach dem Ursprung für politische Attacken zu missbrauchen.

Quellen: "The Independent", "The Hill”, dpa

Sehen Sie ein Video aus unserem Archiv vom Juni: Bilder von menschenleeren Straßenzügen und überfüllten Krankenhäusern im chinesischen Wuhan gehen Anfang 2020 um die Welt. Jetzt feiern 11.000 Studenten hier ihren Abschluss – ohne Masken und Abstand.