Türkische Lira nach Zinssenkung auf Rekordtief

Die türkische Lira ist nach der Zinssenkung der türkischen Notenbank zu Euro und Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Trotz einer sehr hohen Inflationsrate hat die Notenbank den Leitzins einmal mehr gesenkt. Bereits in den vergangenen Tagen war die Lira immer wieder auf Tiefstände gefallen.

Türkische Lira nach Zinssenkung auf Rekordtief

Nach der Zinssenkung liegt der Leitzins mit 15 Prozent noch deutlicher unter der Inflationsrate. Diese hatte im Oktober bei fast 20 Prozent gelegen.

Bereits in den vergangenen Tagen war die Lira immer wieder auf Tiefstände gefallen. Kritiker monieren, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan nehme Einfluss auf die Notenbank. So entstehe kein Vertrauen, sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. Dies dürfte auch die Inflation anheizen:

"Die Abwertungen gewinnen mit den Zinssenkungen neue Dynamik. Je schwächer die Währung, desto teurer die Waren aus dem Ausland."

Der Euro hingegen hat am Donnerstag zugelegt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1359 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch fast einen halben Cent niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1345 (Mittwoch: 1,1316) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8815 (0,8837) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84173 (0,84090) britische Pfund, 129,58 (129,78) japanische Yen und 1,0511 (1,0530) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.857 Dollar gehandelt. Das waren 9 Dollar weniger als am Vortag.

Mehr zum Thema - Dominoeffekt: Schulden der Schwellenländer haben Potential für Weltwirtschaftskrise

(rt de/dpa)