"Tatort" aus Wiesbaden: Familienaufstellung mit tödlichem Ausgang – Murot versucht's mit Philosophie

In Frankfurt werden vier Menschen ermordet - darunter der frühere Philosophie-Professor von Kommissar Murot. Ein "Tatort" voller intellektueller Referenzen - aber mit überschaubarer Spannung.

"Tatort" aus Wiesbaden: Familienaufstellung mit tödlichem Ausgang – Murot versucht's mit Philosophie

In Frankfurt werden vier Menschen ermordet - darunter der frühere Philosophie-Professor von Kommissar Murot. Ein "Tatort" voller intellektueller Referenzen - aber mit überschaubarer Spannung.

  • 3 von 5 Punkten
  • Ein mit literarischen und philosophischen Referenzen gespickter "Tatort", der auf Dauer ein wenig ermüdet.

Worum geht's?

Ein irrer Täter tötet scheinbar wahllos Menschen in Frankfurt. Alle vier Morde scheinen mit Felix Murot (Ulrich Tukur) zusammen zu hängen, zumal es sich bei einem der Opfer um seinen früheren Philosophie-Professor handelt. Der Kommissar vermutet den Schuldigen in dessen Familie - und befragt die drei Kinder Inga (Karoline Eichhorn), Paul (Lars Eidinger) und Laura (Friederike Ott), die Murot noch aus alten Tagen kennt. Auch deren Nachbarin Franziska von Mierendorff (Angela Winkler) und ihr rechtsextremer Sohn Jürgen (Christian Friedel) scheinen in den Blutrausch involviert zu sein. Murot fängt an zu spielen - und merkt schon bald, dass er selbst teil der Familienaufstellung ist.PAID Warum ich seit 50 Jahren "Tatort" gucke – und es auch weiter tun werde_15.30

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Die Fälle mit Ulrich Tukur sind bekannt dafür, dass sie mit kulturellen Referenzen gespickt sind. Das ist auch bei "Murot und das Prinzip Hoffnung" so. Schon der Titel spielt auf das bekannteste Buch des Philosophen Ernst Bloch an. Darüber hinaus gibt es Anspielungen auf Dostojewskis "Brüder Karamasow", den Philosophen Ludwig Wittgenstein, den Schriftsteller Ernst Jünger sowie Alfred Hitchcocks "Fremde im Zug". Um nur einige der vielen intellektuellen Bezüge zu nennen. Dazu gibt es psychologischen Theorien.

Was stört?

Gegen ein solches Netz aus Referenzen spricht nichts, solange sie eine zusätzliche Ebene bilden, die sich über die erste Ebene der Haupthandlung legt. Das setzt aber eine funktionierende Geschichte voraus. Im Fall von "Murot und das Prinzip Hoffnung" ist diese Ebene jedoch nicht wirklich vorhanden. Die zahllosen Anspielungen und Bezüge sollen Löcher im Spannungsbogen stopfen. Auf Dauer ist das etwas unbefriedigend.

Der Kommissar?

In diesem Fall erfährt der Zuschauer Neues über Murots Herkunft: Der Kommissar war einst Anhänger der kapitalismuskritischen Frankfurter Schule. Sein Professor hielt offenbar große Stücke auf ihn: Murot wurde wie ein Familienmitglied behandelt - und weckte damals das Interesse von dessen ältester Tochter.

Ein- oder ausschalten?

Auch wenn es der bislang schwächste Murot-"Tatort" ist: Für eine Einschaltempfehlung reicht es noch.

Kommissar Murot ermittelte zuletzt in diesen Fällen: