Tagesthemen-Kommentar versprüht Hass: "Herzlichen Dank – an alle Ungeimpften!"

In einer selbst für den öffentlichen Rundfunk seltenen Hasstirade trommelt eine streng und vorwurfsvoll zugleich dreinblickende Sarah Frühauf am Freitag gegen Ungeimpfte – und fordert die Impfpflicht wie in Österreich. Genau so spaltet man eine Gesellschaft.

Tagesthemen-Kommentar versprüht Hass: "Herzlichen Dank – an alle Ungeimpften!"

Von Kaspar Sachse

Es gruselt und ekelt einen zugleich: Die öffentlich-rechtliche Propagandamaschinerie gegen Ungeimpfte scheint am Freitag ein neues Eskalationsniveau erreicht zu haben. In einer 1:44-minütigen Hassrede zur besten Sendezeit hat die MDR-Korrespondentin Sarah Frühauf die Gruppe der Alleinschuldigen an der Corona-Krise und den anstehenden Lockdowns ausgemacht:

"Herzlichen Dank – an alle Ungeimpften. Dank euch droht der nächste Winter im Lockdown – vielerorts wieder ohne Weihnachtsmärkte, vielleicht wieder ohne die Weihnachtsfeiertage im Familienkreis."

Das geht ja gut los und die Herabsetzung der ungeimpften Zwangszahler findet schon in der Anrede mit "Du" statt. Aber nein, Frau Frühauf, das haben wir Ihnen nicht angeboten, und das wird nach dieser Nummer auch niemals passieren.

Viel eher stelle ich Ihnen eine kleine Denkaufgabe: Wenn die Inzidenzen TROTZ mRNA-Impfungen und "2G" deutlich stärker als vor einem Jahr ohne diese "Instrumente" ansteigen was könnte man daraus schließen? Dass die Wirkung offenbar nicht die erwünschte ist und sich die "2G"-Erlauchten gegenseitig in Bars und Kinos anstecken? Aber nein, diese Leute sind ja "solidarisch", weil sie sich haben "impfen lassen" während die aus dem gesellschaftlichen Leben ausgesperrten Ungeimpften an den "angekündigten Maßnahmen in Sachsen und Bayern schuld" sind. Denn:

"Alle Impfverweigerer müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, an der derzeitigen Situation mitschuldig zu sein. Sie tragen Mitverantwortung dafür, dass die Gesellschaft wieder unter Druck gerät."

Deswegen würden dann Ärzte und Pflegekräfte wieder stärker belastet, und Gastronomen müssten "um ihre Existenz" bangen. Interessante Sichtweise  ich dachte, die Regierung von Frau Frühauf habe in der schlimmsten Pandemie aller Zeiten die Intensivkapazitäten zu Tausenden reduziert. Gastronomen, die für viel Geld Abstands- und Hygienekonzepte entworfen haben, müssen nicht wegen "Ungeimpfter" dichtmachen sondern weil der Staat mit dem alleinigen Setzen auf Impfstoffe, deren Wirksamkeit offenbar nur wenige Monate beträgt, in einer Sackgasse gelandet ist. Aber das sieht Frau Frühauf natürlich ganz anders: 

"Denn irgendwann machen auch die Geimpften, die solidarischen nicht mehr mit."

Aha, und was passiert dann? Weniger die Worte, sondern eher die hasserfüllte Art der "Kommentatorin" erwecken beim Betrachter unwillkürlich Assoziationen mit noch dunkleren Zeiten. Hier, in Deutschland? Ach was! Oder? Nein, Frau Frühauf verlangt lediglich eine Impfpflicht, wie in "unserem Nachbarland Österreich":

"für alle, denen das medizinisch möglich ist".

Nur zwei Pikse oder Booster-Abo alle fünf Monate bis zum Lebensende? Oder vielleicht alle drei? Na, wenn's weiter nichts ist. Da fällt mir nur noch Albert Einstein ein: "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." Oder wie schreibt ein Kommentator unter dem Video:

"In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen. Idioten die Schuldigen." (Loriot)

RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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Information:

Sicherheit und Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe sind umstrittene Themen. Zahlreiche Experten in Wissenschaft, Politik und Medien schätzen diese als sicher und effektiv ein, da sie das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung weitgehend verhindern und die Vorteile einer Corona-Impfung die Risiken und Nebenwirkungen überwiegen. Langzeitnebenwirkungen der Impfungen sind generell nicht bekannt. Auch Risiken wie der ADE-Effekt (antibody-dependent enhancement, auf Deutsch: infektionsverstärkende Antikörper) wurden bisher bei weltweit Milliarden verabreichter Impfstoff-Dosen nicht beobachtet. Auch, dass Gensequenzen von beispielsweise mRNA-Vakzinen in die menschliche DNA eingebaut werden, gilt in Fachkreisen als ausgeschlossen. Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der bundesdeutschen Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) lassen sich hier und hier nachlesen.