"Sauerei und Abzocke": Blitz-Knöllchen auf Lidl-Parkplatz: Für 68 Sekunden zahlt Düsseldorfer knapp 25 Euro Strafe

Genau 68 Sekunden zu lange stand ein Lidl-Kunde auf dem Parkplatz des Discounters. Dafür wurde ihm eine saftige Rechnung präsentiert: Knapp 25 Euro sind fällig. Inzwischen hat Lidl eingelenkt.

"Sauerei und Abzocke": Blitz-Knöllchen auf Lidl-Parkplatz: Für 68 Sekunden zahlt Düsseldorfer knapp 25 Euro Strafe

Genau 68 Sekunden zu lange stand ein Lidl-Kunde auf dem Parkplatz des Discounters. Dafür wurde ihm eine saftige Rechnung präsentiert: Knapp 25 Euro sind fällig. Inzwischen hat Lidl eingelenkt.

Das kostenlose Parken ist bei Supermärkten und Discountern in Städten längst vorbei. Wer sein Fahrzeug auf den Kundenparkplätzen zu lange abstellt, zahlt Strafe. Dass die aber auch schon für wenige Sekunden fällig wird, hat einen Lidl-Kunden aus Düsseldorf richtig sauer gemacht.

Wie die "Rheinische Post" berichtet, hatte Wolfgang E. sein Auto bei Lidl geparkt und war einkaufen gegangen. Die zulässige Höchstparkdauer allerdings überzog er. Dafür soll er nun Strafe zahlen. "Nach exakt 68 Sekunden wurde mir das Ticket ausgestellt. Das ist schon eine Sauerei und Abzocke für mich", sagt E. zur "RP".Knöllchen auf dem Supermarkt-Parkplatz 1208

Parkraum-Management als Geschäftsmodell

Der Parkplatz selbst wird nicht von Lidl-Mitarbeitern kontrolliert, das Unternehmen hat die Firma Safe Place damit beauftragt. Safe Place ist in ganz Deutschland aktiv und übernimmt das Parkraum-Management für andere Firmen. Deren Geschäftsmodell ist schnell erklärt: Wer zu lange auf dem Parkplatz steht, muss zahlen. "Damit stellen wir sicher, dass der vielerorts sehr begrenzte Parkraum den Kunden der jeweiligen Eigentümer zur Verfügung steht und nicht durch Fremdparker dauerhaft blockiert wird. Dazu wird die Höchstparkdauer auf den Parkplätzen begrenzt", sagt Geschäftsführer André Westhoff zu "RP". Dafür nutzt die Firma sogar Sensoren, die genau kontrollieren, wie lange ein Auto auf dem Parkgelände steht. 

Der Parkplatz des Lidl-Marktes in Düsseldorf-Flingern verfügt über eben solche Sensoren. Dort dürfen Kunden insgesamt 60 Minuten parken, danach wird eine Vertragsstrafe in Höhe von 24,95 Euro fällig. "Bei einer Überschreitung der Höchstparkdauer wird der externe Dienstleister automatisch über das System informiert", so ein Sprecher von Lidl zur "RP". 

Der 73-jährige Knöllchen-Parker Wolfgang E. ärgert sich nicht nur über das Strafgeld, sondern auch über die Androhung, dass bei Nicht-Zahlen der Strafsumme binnen von 14 Tagen weitere Kosten auf ihn zukommen würden. Das sei Nötigung, so E.

Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen teilt seine Einschätzung. "Ich halte diese Androhung (...) für rechtswidrig und im Zusammenhang mit der Androhung der Zahlung erhöhter Kosten auch für Nötigung", beantworten die NRW-Verbraucherschützer die Anfrage von "RP" schriftlich.PAID Warum Kurzarbeit zur Steuerfalle werden kann_8.21 Uhr

E. hat sich mehrfach an Lidl und Safe Place gewandt, hat aber auch die 24,95 Euro gezahlt. Lidl lenkt nun ein, offenbar ist dem Discounter der Rummel um das "68-Sekunden-Knöllchen" auch etwas zu viel. In einen Schreiben an E. heißt es: "Wir haben Ihr Anliegen durch unseren Fachbereich prüfen lassen. (…) Die Kosten möchten wir Ihnen selbstverständlich erstatten." Dem Brief beigefügt war ein 25 Euro-Einkaufsgutschein.