San Diego: Trans-Frau wird mit Männern in eine Gefängniszelle gesteckt, wo ihr der Kiefer gebrochen wird – nun klagt sie

Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde eine Trans-Frau mit mehreren Männern inhaftiert. Einer dieser Männer soll auf sie eingeschlagen haben und ihr den Kiefer mehrfach gebrochen haben. Das Opfer klagt nun gegen das San Diego County Sheriff's Department.

San Diego: Trans-Frau wird mit Männern in eine Gefängniszelle gesteckt, wo ihr der Kiefer gebrochen wird – nun klagt sie

Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde eine Trans-Frau mit mehreren Männern inhaftiert. Einer dieser Männer soll auf sie eingeschlagen haben und ihr den Kiefer mehrfach gebrochen haben. Das Opfer klagt nun gegen das San Diego County Sheriff's Department.

Nachdem Beamte des San Diego County Sheriff's Departments eine Transgender-Frau in eine Gefängniszelle mit drei Männern sperrten und sie dort von einem der Mitinsassen so heftig geschlagen wurde, dass ihr Kiefer mehrfach brach, klagt sie nun gegen das Sheriffs Department. Das berichtet die "Los Angeles Times". Aufgrund ihrer Verletzungen musste das Opfer, Kristina F., mehrfach operiert werden. Zudem sei sie noch nicht vollständig genesen, heißt es in der Klage.

"Traurigerweise – und vorhersehbarerweise – griff einer der Männer in der Zelle Frau F. brutal an", heißt es in der Klage. "Seine Schläge mit der geschlossenen Faust in das Gesicht von Frau F. führten zu schweren körperlichen Verletzungen, einschließlich eines gebrochenen Kiefers, der bisher zwei Operationen erforderte, um ihn zu richten." PAID Transgender 17.05

Opfer nicht gemäß ihrer Geschlechtsidentität in Einrichtung inhaftiert

Die Entscheidung, Kristina F. in eine Zelle mit drei Männern zu verlegen, scheint gegen ein vom Sheriff's Department im Februar herausgegebenes Rundschreibens zu verstoßen, in dem es heißt, dass "ein Festgenommener in eine Einrichtung gebracht werden sollte, die seiner Geschlechtsidentität entspricht".

Bereits der erste Satz des Rundschreibens besagt: "Es ist die Regel des San Diego County Sheriff's Department, alle Personen, einschließlich Transgender-, Intersex- und nicht-binäre Personen, aufzunehmen, zu beurteilen, unterzubringen und für eine sichere und humane Verwahrung zu sorgen. Mitglieder der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen-, Transgender- und Queer-Gemeinschaft (LGBTQ+) gehören zu denjenigen, die am meisten von sexuellem Missbrauch bedroht sind."

Kristina F. wies sich als Frau aus

Als sie verhaftet und in Gewahrsam genommen wurde, trug Kristina F. Frauenkleidung. Sie wies sich mit ihrem Führerschein aus, der sie ebenfalls als Frau identifizierte. "Trotzdem haben die Beamten Frau F. wiederholt falsch angesprochen, sowohl persönlich als auch in den offiziellen Berichten, die den Angriff dokumentieren", heißt es in der Klageschrift.

Laut der Klage, die Anfang des November 2021 beim US-Bezirksgericht eingereicht wurde, wurde Kristina F. eines geringfügigen Verbrechens beschuldigt und sollte nicht für längere Zeit in Gewahrsam genommen werden. Doch als sie am 25. November 2020 im Zentralgefängnis für Männer ankam, wurde sie von einer Arrestzelle in eine andere Zelle verlegt, in der sich bereits drei Männer befanden. Als sie eingeschlafen war, wurde sie von einem Mann geweckt, der dann auf sie einschlug.

Über 12 Stunden in Gewahrsam ohne medizinische Versorgung

Laut der Klage beobachteten ein oder mehrere Wärter den Angriff und versuchten nicht, ihn zu verhindern. "Frau F. sah einen oder mehrere Hilfssheriffs vor der Zelle innehalten, bevor sie eintraten, um einzugreifen."

Kristina F. verbrachte daraufhin mehr als 12 Stunden in Gewahrsam, ohne medizinisch versorgt zu werden, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht. Nach ihrer Entlassung wurde sie in ein Krankenhaus gebracht, wo zwei Kieferbrüche diagnostiziert wurden. Sie musste zweimal operiert und ihr Mund verdrahtet werden. "Frau F. leidet weiterhin unter diesen Verletzungen und muss nun ein künstliches Gebiss tragen", heißt es in der Klageschrift. Nun fordert sie einen nicht näher bezifferten Schadenersatz.

Höchste Sterblichkeitsrate

In der Klageschrift wird darauf hingewiesen, dass San Diego County die höchste Sterblichkeitsrate von Häftlingen unter den größten Bezirken Kaliforniens aufweist. So starben zwischen 2009 und 2019 mehr als 140 Insassen hinter Gittern – Ergebnisse einer sechsmonatigen Untersuchung, die die "San Diego Union Tribune" im Jahr 2019 veröffentlichte.

Quelle: Los Angeles Times