Russland vermittelt Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan

Nach den Gesprächen der Verteidigungsminister Armeniens und Aserbaidschans mit ihrem russischen Amtskollegen Sergei Schoigu ist an der Grenze zwischen den zwei Staaten ein Waffenstillstand erreicht worden. Zuvor hatten beide Seiten in dem Konflikt Todesopfer gemeldet.

Russland vermittelt Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan

Nach einer Eskalation der Feindseligkeiten an der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan sind die Feuergefechte beendet und ein Waffenstillstand ist am Dienstagabend erreicht worden. Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu soll seine Amtskollegen aus Armenien und Aserbaidschan, Suren Papikjan und Sakir Gassanow, dazu aufgerufen haben, die Lage nicht weiter zuzuspitzen.

Aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es, die Situation sei wieder normalisiert und unter Kontrolle gebracht worden. Armenien hat den Sachverhalt bestätigt.

Aserbaidschan meldete am Mittwoch sieben Tote und zehn Verletzte. Nach Angaben Jerewans war bei den Gefechten ein armenischer Soldat ums Leben gekommen, 13 Soldaten wurden von Aserbaidschan gefangen genommen. Zu weiteren 24 Soldaten verlor das armenische Verteidigungsministerium den Kontakt.

Der Ministerpräsident Armeniens Nikol Paschinjan bestätigte, dass die Lage vor Ort nun relativ ruhig sei, schätzte aber die Gesamtlage als sehr angespannt ein. Den Konflikt nannte er einen "direkten Angriff auf das souveräne Territorium Armeniens".

Ilcham Alijew, der Präsident Aserbaidschans, erklärte in einem Telefongespräch mit dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel, Baku hätte nur eine "adäquate Antwort auf die Schritte Jerewans" gegeben.

Am Dienstag hatte Armenien ein Eindringen aserbaidschanischer Soldaten auf armenisches Territorium gemeldet. Aserbaidschan dementierte dies und warf Armenien hingegen vor, aserbaidschanische Soldaten beschossen zu haben.

Russland tritt als Vermittler zwischen den Konfliktparteien auf. Russische Friedenstruppen sind seit einem Jahr gemäß einer trilateralen Vereinbarung, die nach heftigen Kämpfen im Herbst 2020 erzielt wurde, in der umstrittenen Region Bergkarabach stationiert.

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