Robert Maudsley: Einer der gefährlichsten Gefangenen der Welt: Serienmörder sitzt 23 Stunden täglich in einem Glaskasten

Robert Maudsley gilt als einer der gefährlichsten Gefängnisinsassen der Welt. Der Vierfachmörder ist deshalb allein in einem Glaskasten im Keller eines Gefängnisses untergebracht – ohne Kontakt zu anderen Häftlingen.

Robert Maudsley: Einer der gefährlichsten Gefangenen der Welt: Serienmörder sitzt 23 Stunden täglich in einem Glaskasten

Robert Maudsley gilt als einer der gefährlichsten Gefängnisinsassen der Welt. Der Vierfachmörder ist deshalb allein in einem Glaskasten im Keller eines Gefängnisses untergebracht – ohne Kontakt zu anderen Häftlingen.

In Großbritannien jagt allein der Name Robert Maudsley vielen Menschen einen kalten Schauer über den Rücken. Warum, das verrät schon der Spitzname, den Boulevardmedien ihm gegeben haben: "Hannibal, der Kannibale". Maudsley gilt als "gefährlichster Mann Großbritanniens", schrieb der "Mirror". 1974 ermordete er auf bestialische Art und Weise einen Mann und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis tötete er drei weitere Insassen.

Somit gilt Maudsley als Großbritanniens gefährlichster Gefängnisinsasse, vielleicht sogar einer der gefährlichsten auf der ganzen Welt. Im Wakefield Prison in der Nähe von Manchester, einem der größten Hochsicherheitsgefängnisse in Europa, wird der mittlerweile 68-Jährige festgehalten. Eigens für ihn wurde eine spezielle Zelle im Keller des Gebäudes angefertigt, eine Glasbox, in der er von den Wärtern rund um die Uhr beobachtet werden kann. Maudsley sitzt seine Zeit in Einzelhaft ab, ihm ist es nicht gestattet, Kontakt zu anderen Häftlingen zu haben – zu groß ist die Gefahr, dass er erneut tötet.PAID Die totale Überwachung 21.00

Lebenslange Haft für brutalen Mord

Seinen ersten Mord beging Robert Maudsley 1974, mit 21 Jahren. Seit der Zeit, als er sich selbst gegen Geld für Sex angeboten hatte, um seine Drogensucht finanzieren zu können, hatte er einen unbändigen Hass auf Pädophile entwickelt. Als ihm ein Arbeiter ein kinderpornografisches Video zeigte, richtete Maudsley ihn so zu, dass das Opfer "nicht mehr als Mensch zu erkennen war". Nach dieser Tat wurde Maudsley zu lebenslanger Haft verurteilt, das Gericht sprach die Empfehlung aus, dass er nie wieder freigelassen werden sollte. Der Mörder wurde in der Anstalt Broadmoor Hospital inhaftiert.

Doch obwohl dort bereits hohe Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden, genügten diese nicht, um Maudsley Einhalt zu gebieten. Im Gegenteil: Hinter Gittern mordete er weiter. 1977 verbarrikadierten Maudsley und ein weiterer Gefangener sich mit einem wegen Kindesmissbrauch verurteilten Mann in einer Zelle und folterten ihn sieben Stunden lang. In den Medien kursierte damals das Gerücht, Maudsley habe das Gehirn des Opfers gegessen, was ihm den Spitznamen "Hannibal, der Kannibale" einbrachte. Der Autopsiebericht bestätigte den Kannibalismusverdacht allerdings nicht.

Gefangen in einem Glaskasten

Als Reaktion darauf wurde Maudsley nach Wakefield verlegt, mit noch höheren Sicherheitsstandards. Doch wieder schlug der Verbrecher zu: Nur ein Jahr nach dem zweiten Mord lockte er einen Häftling in seine Zelle, schnitt ihm die Kehle durch und versteckte ihn unter seinem Bett. Anschließend erstach er einen weiteren Insassen und rammte anschließend dessen Kopf immer wieder gegen die Wand. Dann ging er seelenruhig zu einem Wärter und teilte diesem mit, es würden heute zwei Personen weniger zum Abendessen kommen.

Von diesem Zeitpunkt an war es Maudsley untersagt, sich anderen Gefängnisinsassen zu nähern. Die Leitung in Wakefield Prison ordnete den Bau einer speziellen Zelle für den Vierfachmörder an. Bis zu ihrer Fertigstellung 1983 gelang es den Wärtern, Maudsley in seiner herkömmlichen Zelle in Schach zu halten. Seitdem wird der Brite in einem 5,5 mal 4,5 Meter großen Glaskasten festgehalten. Auch hier sahen die britischen Boulevardmedien eine Parallele zum berühmten Kannibalen Hannibal Lecter aus dem Hollywood-Film "Das Schweigen der Lämmer".

23 Stunden täglich verbringt Maudsley in dieser Glaszelle, eine Stunde lang darf er sie verlassen, um sich zu bewegen. Dabei wird er von sechs Wärtern bewacht. Kontakte zu anderen Häftlingen oder zur Außenwelt sind verboten. Das Essen wird ihm durch einen schmalen Schlitz in die Zelle gereicht.David Tesinsky 08-30

Anträge auf bessere Haftbedingungen wurden abgelehnt

Im Jahr 2000 versuchte Maudsley, gegen die Haftbedingungen vorzugehen. Die Einzelhaft habe massive psychologische Folgen, erklärte er in Briefen an die "London Times". Unter anderem habe sein Sprachvermögen stark gelitten. "Ich habe keine Hoffnung und nichts, worauf ich mich freuen kann", so Maudsley. "Ich wünsche mir, dass ab und zu ein Wärter mit mir spricht, aber das tun sie nie." Sollte das nicht passieren, wünsche er sich eine Kapsel Zyankali, um sein Leben beenden zu können. Geändert hat sich an seiner Situation jedoch nichts – der brutale Mörder wird aller Voraussicht nach den Rest seines Lebens allein in einem durchsichtigen Kasten verbringen.

Quellen: "Mirror" / "Manchester Evening News"