Region Rosenheim: "Der Zusammenbruch droht Realität zu werden!" 530 Ärzte veröffentlichen dramatischen Impfaufruf

Es ist ein verzweifelter Appell: Mehr als 500 Ärztinnen und Ärzte aus der Region Rosenheim haben in einer Zeitungsanzeige alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen.

Region Rosenheim: "Der Zusammenbruch droht Realität zu werden!" 530 Ärzte veröffentlichen dramatischen Impfaufruf

Es ist ein verzweifelter Appell: Mehr als 500 Ärztinnen und Ärzte aus der Region Rosenheim haben in einer Zeitungsanzeige alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen.

Die Liste reicht vom Hausarzt über die Kinderärztin und Intensivmedizinerin bis zu den Chefärzten der Rosenheimer Romed-Kliniken: 530 Medizinerinnen und Mediziner haben eine ganzseitige Zeitungsanzeige geschaltet, in der sie auf die dramatische Lage in den Krankenhäusern und Praxen aufmerksam machen.

"Vertrauen Sie uns und lassen Sie sich baldmöglichst impfen!" appellieren die namentlich aufgeführten Ärztinnen und Ärzte in den OVB Heimatzeitungen an "alle Bürgerinnen und Bürger". "Skepsis und Zögern gefährdet Menschenleben, Ihre Impfung rettet Leben!"

Impfen als Akt der "Nächstenliebe und Solidarität"

Die Corona-Fallzahlen im gesamten Alpenvorland stiegen dramatisch an und damit auch die Zahl der Patienten und Patientinnen, die Beratung, Hilfe und Behandlung benötigten, heißt es in der Anzeige. "Wir Ärztinnen und Ärzte und unsere Mitarbeiter:nnen in den Praxen, Kliniken und Laboren arbeiten deshalb unter sehr schwierigen Bedingungen, häufig am Rande der Erschöpfung."STERN PAID 47_21 Keine Rücksicht auf die Rücksichtslosen! 9.12

Diese "Extremsituation" gefährde nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die medizinische Versorgung der Menschen, schreiben die Ärztinnen und Ärzte. "Die lebenssichernde Versorgung, auf die wir uns bisher immer verlassen konnten, existiert nicht mehr! Der Zusammenbruch droht Realität zu werden!"Corona in Europa 21.00

Die Gruppe fordert die Menschen auf, "Nächstenliebe und Solidarität" zu zeigen "mit allen an Covid-19 Erkrankten, mit Gefährdeten die sich nicht impfen lassen können, mit unseren Kindern, mit Älteren und Kranken, mit Unfallopfern, mit dem Klinik- und Praxispersonal und nicht zuletzt mit Ihren Ärztinnen und Ärzten vor Ort!"

Die Anzeige endet mit dem Aufruf: "Vereinbaren Sie einen Impftermin bei Ihrem Hausarzt, Impfärzten oder im Impfzentrum! Jede Impfung zählt!"

Unterzeichnet ist der Appell mit "Ihre Ärztinnen und Ärzte von Stadt und Landkreis Rosenheim".

Inzidenzwert im Landkreis Rosenheim fast bei 1000

Die Romed-Kliniken haben unterdessen klargestellt, dass angesichts der angespannten Coronalage zwar planbare Operationen verschoben werden müssten, Notfälle und dringende Eingriffe aber trotzdem umfänglich versorgt würden, wie der Radiosender BR24 berichtet. Die Behandlung von Notfällen und Fällen, die keinen Aufschub erlaubten, wie Tumoroperationen oder Eingriffe in der Geburtshilfe, fänden statt, heißt es.

"Wir möchten explizit darauf hinweisen, dass wir selbstverständlich jede Patientin und jeden Patienten zum vereinbarten Termin sehen und dann mit ihm gemeinsam die beste weitere Behandlungsstrategie festlegen, zitiert der Sender die kaufmännische Leitung des Romed Klinikums Rosenheim. "Das beinhaltet natürlich auch die Operationen von dringlichen chirurgischen Fällen."

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Rosenheim lag am Montagmorgen bei 979,3, bundesweit betrug der Wert 386,5. Die Impfquote liegt dagegen im Raum Rosenheim mit rund 56 Prozent weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von knapp 68 Prozent.

Quellen: "Oberbayerisches Volksblatt" (Bezahlinhalt), BR24, Stadt Rosenheim