Putin und Raisi bekräftigen Willen zum Ausbau der Beziehungen zwischen Moskau und Teheran

Die Präsidenten Russlands und Irans haben sich bei einem Telefongespräch über den Stand ihrer Beziehungen unterhalten und ihre Absicht erklärt, einen umfassenden Vertrag zur langfristigen Zusammenarbeit zu unterschreiben.

Putin und Raisi bekräftigen Willen zum Ausbau der Beziehungen zwischen Moskau und Teheran

In einem Telefongespräch am Dienstag haben der iranische Präsident Ebrahim Raisi und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin die gemeinsame Haltung beider Staaten zu bilateralen, regionalen und internationalen Fragen bekräftigt. Außerdem sehen beide Präsidenten eine Notwendigkeit darin, das angestrebte umfassende Abkommen über die langfristige Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran zum Abschluss zu bringen, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Der iranische Präsident erklärte:

"Wir sind bereit, das umfassende Dokument über die langfristige Zusammenarbeit zum Abschluss zu bringen, um den Prozess der Förderung der Beziehungen und der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zügig voranzutreiben."

Raisi verwies auf die gemeinsamen Ansichten und Koordination zwischen Teheran und Moskau in vielen internationalen Fragen und erklärte, dass beide Länder zusammen gegen den Unilateralismus und für die Stärkung des Multilateralismus kämpfen würden.

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Die Zusammenarbeit beider Staaten sei auch aus regionaler Sicht notwendig. Er fügte hinzu:

"Wir glauben, dass die bestehende Anwesenheit von Außenstehenden in Syrien illegal ist und dem Willen des syrischen Volkes und der syrischen Regierung zuwiderläuft, weil sie die Stabilität und Sicherheit des Landes bedroht."

Die Pressestelle der russischen Regierung teilte mit, dass beide Parteien die Wahrung der syrischen Staatlichkeit und die Auslöschung ''eines großen Nestes internationaler Terroristen'' auf ihre Zusammenarbeit zurückführten. 

Laut Raisi gebe es Überschneidungen zwischen Russland und Iran hinsichtlich ihrer Afghanistan-Politik. 

"Wir halten die Anwesenheit [des sogenannten islamischen Staates] in Afghanistan für gefährlich für die Region und das Land, daher müssen wir angesichts der Bedrohung durch ein solches Komplott wachsam sein."

Iran dränge auf die Bildung einer inklusiven Regierung in Afghanistan, an der alle ethnischen und politischen Gruppen beteiligt sind, ergänzte Raisi. Die Sicherheit Afghanistans könne nur von so einer breit angelegten Regierung gewährleisten werden.

Teheran begrüße, dass Russland Iran im Atomstreit unterstützt und die Notwendigkeit der Beendigung aller Sanktionen gegen Teheran betont hat. Auch unterstütze die iranische Regierung die russische Initiative für Stabilität und Ruhe in der Kaukasusregion, da sowohl Russland als auch Iran jede Änderung des geopolitischen Status in der Region oder der Grenzen der regionalen Länder ablehnten.

Putin seinerseits hob ebenfalls die gemeinsamen Standpunkte beider Regierungen zu diversen Themen hervor. Russland sei entschlossen, das geplante Abkommen zur langfristigen Zusammenarbeit unverzüglich abzuschließen und umzusetzen.

Moskau strebe den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und die Fertigstellung gemeinsamer Investitionspläne mit Iran an, erklärte Putin.

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