Pfizer, BioNTech und Moderna verdienen 1.000 US-Dollar pro Sekunde mit COVID-19-Impfstoff

Einer neuen Analyse zufolge machen Pfizer, BioNTech und Moderna mit ihren äußerst erfolgreichen COVID-19-Impfstoffen zusammen jede Sekunde einen Gewinn von 1.000 US-Dollar. Währenddessen bleibt die Bevölkerung der ärmsten Länder der Welt weitgehend ungeimpft.

Pfizer, BioNTech und Moderna verdienen 1.000 US-Dollar pro Sekunde mit COVID-19-Impfstoff

Die drei größten Hersteller von COVID-19-Impfstoffen verdienen rund 65.000 US-Dollar pro Minute, da die wohlhabenden Länder deren Produkte aufkaufen. Laut neuesten Untersuchungen sind hingegen Pläne, den Impfstoff ärmeren Ländern zu einem geringeren Preis anzubieten, weitgehend gescheitert. Am Dienstag erklärten die African Alliance und die People's Vaccine Alliance Africa (PVA):

"Es ist obszön, dass einige wenige Unternehmen stündlich Millionen von Dollar Gewinn machen, während nur zwei Prozent der Menschen in einkommensschwachen Ländern vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind."

Pfizer, BioNTech und Moderna verdienen jede Minute 65.000 US-Dollar mit dem Verkauf ihrer COVID-19 Impfstoffe, enthüllten die Organisationen am Dienstag. Sie wiesen darauf hin, dass die Firmen den Großteil ihrer Impfstoffe in reiche Länder verlagert haben. Nach Berechnungen der NGOs hat das Pharma-Trio zusammen 34 Milliarden US-Dollar eingenommen, was einer Summe von 1.000 US-Dollar pro Sekunde oder 93,5 Millionen US-Dollar pro Tag entspricht.

Trotz dieser gewaltigen Gewinne sind nach Angaben der PVA und der African Alliance satte 98 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen nicht geimpft. Die Organisationen fügten hinzu, dass Pfizer und BioNTech weniger als ein Prozent ihres Angebots an einkommensschwache Länder geliefert haben, während Moderna sogar noch schlechter abschnitt und nur 0,2 Prozent seines eigenen Angebots an einkommensschwache Länder verteilte.

"Pfizer, BioNTech und Moderna haben ihre Monopole genutzt, um den profitabelsten Verträgen mit den reichsten Regierungen den Vorzug zu geben und die einkommensschwachen Länder im Regen stehen zu lassen", sagte Maaza Seyoum von der African Alliance am Dienstag gegenüber Medical Xpress. AstraZeneca und Johnson & Johnson waren bei der Verteilung ihrer Impfstoffe auf gemeinnütziger Basis erfolgreicher. Die Hersteller planen jedoch, diese Vereinbarung in naher Zukunft zu beenden, da sie ein Ende der COVID-19-Pandemie absehen.

Die PVA hat Big Pharma aufgefordert, die geistigen Eigentumsrechte an den COVID-19-Impfstoffen vorübergehend auszusetzen und auf die Rechte an geistigem Eigentum im Rahmen eines Abkommens der Welthandelsorganisation (WTO) zu verzichten. Reiche Nationen wie Deutschland und Großbritannien haben diesen Schritt jedoch blockiert.

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