Mitsubishi Outlander 2.5 S-AWC: Mit oder ohne Stecker

Mitsubishi ist in Europa längst nur noch ein Nebendarsteller, denn die Musik wird von Kooperationspartner Renault gemacht. Aus dem trüben Einerlei konnte in den vergangenen Jahren allein der Outlander ausbrechen. Er bot eine seinerzeit nahezu konkurrenzlose Mischung aus Plug-In-Hybrid und SUV. Wir zeigen, was die zweite Generation kann.

Mitsubishi Outlander 2.5 S-AWC: Mit oder ohne Stecker

Mitsubishi ist in Europa längst nur noch ein Nebendarsteller, denn die Musik wird von Kooperationspartner Renault gemacht. Aus dem trüben Einerlei konnte in den vergangenen Jahren allein der Outlander ausbrechen. Er bot eine seinerzeit nahezu konkurrenzlose Mischung aus Plug-In-Hybrid und SUV. Wir zeigen, was die zweite Generation kann.

Während die Europäer noch einige Zeit auf die neue Outlander-Generation warten müssen, sieht das in den Vereinigten Staaten ganz anders aus. Hier hat die Vorgängergeneration im Stile eines auf der Schmalseite stehenden Ziegelsteins ebenso wie auf dem Heimatmarkt Japan bereits ausgedient. Das Design des neuen Mitsubishi Outlander ist deutlich bulliger und kraftvoller als man es bisher kannte. Dafür sorgen nicht nur die überaus markante Front mit den ungewöhnlichen LED-Scheinwerferelementen, sondern auch die Heckansicht und eben der deutliche Zugewinn an Breite, der dem Innenraum spürbar zugute kommt. Unverändert gibt es im Innern des Japaners Platz für bis zu sieben Personen, obschon die Sitze in der dritten Reihe nur für solche klein gewachsenen Passagiere empfohlen sind, die einem nicht allzu sehr am Herzen liegen. Von Komfort mag man hier selbst auf Kurzstrecken nicht sprechen.

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Auch wenn sich der Mitsubishi Outlander in den vergangenen Jahren gerade in Europa eher als Hybridpionier der SUV-Mittelklasse einen Namen gemacht hat, gibt die Schlagzahl der neuen Generation zunächst ein 2,5 Liter großer Vierzylinderbenziner ohne Elektrounterstützung vor. Er leistet 133 kW / 181 PS und ein maximales Drehmoment von 245 Nm, das bei 3.600 U/min anliegt. Aus dem Drehzahlkeller geht bei der empfehlenswerten Allradversion des Outlander 2.5 SEL S-AWC nicht allzu viel, denn zum einen sind die 181 PS nicht viel für einen 1,8 Tonnen schweren Allradler mit zäher CVT-Automatik und unverändert verzichten die Japaner auf den Einsatz eines Turbomotors und belassen es bei variablem Ventiltrieb. Immerhin sparsam der Normverbrauch: 7,8 Liter Super auf 100 Kilometern.

Im Frühjahr folgt die Variante mit Plug-In-Hybridmodul, die aus drei Motoren den entsprechenden Vortrieb generiert. Die Hauptarbeit leistet der 2,4 Liter große Vierzylinderbenziner, die die Vorderachse mit 98 kW / 133 PS antreibt. Weitere Elektromotoren an Vorder- wie Hinterachse werden aus dem 20-kWh-Akkupaket im Unterboden gespeist und steuern 85 kW / 115 PS / 255 Nm (vorn) sowie 100 kW / 136 PS / 195 Nm Leistung (hinten) bei. Damit sind über 80 Kilometer rein elektrisch drin. Über eine Schnellladefunktion nebst 350-Volt-Technik lässt sich das Akkupaket in 40 Minuten wieder auf 80 Prozent erstarken. Wie schon beim Eclipse Cross PHEV ist trotz der 220 PS Systemleistung jedoch ab Tempo 160 km/h Schluss Vortrieb.

Mehr noch als der bisherige Mitsubishi Outlander ist auch der 4,70 Meter lange Nachfolger ein entspannter Familiencruiser, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Fahrwerk, Lenkung, Bremsen und Geräuschniveau - der neue Outlander 2.5 SEL mag es dezent im Hintergrund ohne große Ambitionen. Die Lenkung arbeitet etwas besser, weil präziser als bisher, ist aber nach wie vor zu indirekt. Das Fahrwerk drückt selbst unangenehme Querfugen recht souverän weg und die bisher allzu nervigen Nick- und speziell Wankbewegungen sind ebenfalls deutlich reduziert. Die einzelnen Fahrprogramme lassen sich über einen Drehcontroller auf dem Mitteltunnel nach den lokalen Gegebenheiten oder den Wünschen des Fahrers anpassen. Sehr übersichtlich und modern zugleich präsentieren sich die animierten Instrumente mit verschiedenen Ansichten hinter dem Lenkrad und einem neun Zoll großen Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel, über das sich die wichtigsten Komfortfunktionen sowie Navigation und Unterhaltung steuern lassen.

Gewonnen hat jedoch nicht nur das Außendesign mit seinen gelungenen Proportionen, sondern auch der deutlich verbesserte Innenraum. Mehr Platz, ein wertiger Gesamteindruck und moderne Instrumente sowie Bedienelemente lassen den Mitsubishi Outlander deutlich zeitgemäßer erscheinen als seinen Vorgänger, der speziell durch die starke Konkurrenz in den vergangenen zwei Jahren mächtig ins Hintertreffen geraten war. Das Ladevolumen ist auf dem Niveau der europäischen Konkurrenz. Die Steppungen an Sitzen und Verkleidungen sollen einem Premiumcharme vorgaukeln - was durchaus gelingt. Wer die Notsitze eingeklappt lässt, hat hinter den beiden normalen Sitzreihen stattliche 950 Liter (US-Norm) zur Verfügung, während hinter der elektrischen Heckklappe auf Wunsch bei umgelegten Reihen sogar bis zu 2.200 Liter zur Verfügung stehen. Preislich geht es bei rund 26.000 US-Dollar los. Für 1.800 US-Dollar Aufpreis gibt es bei allen Ausstattungsvarianten die Möglichkeit, den sinnvollen Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung zu ordern. Das Topmodell Mitsubishi Outlander 2.5 SEL S-AWC kostet inklusiv 20-Roll-Radsatz, klimatisierten Ledersitzen, LED-Scheinwerfern, Panoramadach und Fahrerassistenzpaket 36.445 US-Dollar - nebst eindrucksvoller Zehn-Jahres-Garantie. Mal schauen, wie das Paket für Europa aussehen wird.