Kleine Korkenzieher-Kunde: Weinöffner: So holen Sie den Korken elegant aus der Flasche

Eine Flasche Wein zu öffnen, ist im Prinzip keine Kunst. Ist das edle Tröpfchen aber mit einem Korken verstopft, muss ein Küchengadget ran: der Weinöffner. Welche Modelle es gibt und wie sie funktionieren – ein Überblick.

Kleine Korkenzieher-Kunde: Weinöffner: So holen Sie den Korken elegant aus der Flasche

Eine Flasche Wein zu öffnen, ist im Prinzip keine Kunst. Ist das edle Tröpfchen aber mit einem Korken verstopft, muss ein Küchengadget ran: der Weinöffner. Welche Modelle es gibt und wie sie funktionieren – ein Überblick.

Laut einer Prognose des Marktforschungsinstituts Statista werden 2021 in Deutschland pro Kopf im Durchschnitt mehr als 20 Liter Wein und Schaumwein verbraucht. Für alle, die an dieser Stelle nicht rechnen wollen: Das sind mehr als 28 Flaschen. Und die wollen natürlich geöffnet werden, bevor Grauburgunder, Merlot und Co. in die Gläser fließen. Bei Schraubverschlüssen ist das eine leichte Übung. Die sind mittlerweile zwar weit verbreitet, weil ihr schlechter Ruf längst verhallt ist. Dennoch setzen immer noch viele Winzer- und Winzergenossenschaften nach wie vor auf den traditionellen Korken. Und den bekommt man ohne Hilfsmittel nur schwer aus dem Flaschenhals gezogen. Wenn man von ein, zwei pragmatische und eher hemdsärmelige Lösungen aus der Studienzeit einmal absieht. Letztlich muss also ein Korkenzieher her, um an den Traubensaft zu kommen.

Welche Weinöffner es gibt, wie sie funktionieren und welche kleinen Gadgets für einen gelungenen Weinabend noch bereitstehen sollte, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Weinöffner: Elektrisch oder per Muskelkraft?

Grundsätzlich kann man Weinöffner in manuelle und elektrische Modelle unterscheiden. Letztere gehören allerdings eher zu den Küchengeräten, die gern verschenkt, aber nur selten selbst angeschafft werden. Über Sinn und Unsinn elektrischer Weinöffner kann man vortrefflich diskutieren. Mutmaßlich trauen sich die meisten Weintrinker aber grundsätzlich zu, eine verkorkte Flasche mit Muskelkraft zu öffnen. Hierfür gibt es fünf Optionen, die an dieser Stelle vorgestellt werden.

1. T-Korkenzieher

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Die einfachste, aber auch am wenigsten komfortable Möglichkeit, eine Weinflasche zu öffnen. Der T-Korkenzieher soll schon im 17. Jahrhundert die erste Wahl beim Entkorken kleiner und großer Fläschchen gewesen sein. Er besteht aus einer kurzen Wendel, an deren oberem Ende ein Quergriff befestigt ist. In der Regel wird dafür robustes Holz, Knochen, Horn oder Sterling-Silber verwendet. Allesamt Materialien, die den mechanischen Kräften, die beim Entkorken wirken, standhalten. Ausnahme sind Taschenmesser, wo die Griffschalen diese Funktion übernehmen. So simpel wie der Aufbau ist auch das Prinzip des Entkorkens. Zunächst wird die Wendel möglichst mittig in den Korken gedreht. Dann das T-Stück zwischen Zeige- und Mittelfinger klemmen und kräftig, aber nicht ruckartig ziehen. Bei jüngeren Weinen wehren sich die Korken meist nur kurz und lassen sich dann widerstandslos aus der Flasche ziehen. Steht oder liegt der Wein dagegen schon etwas länger im Regal, sind Korken hin und wieder widerspenstig. Hier ist es wichtig, die Wendel so weit wie möglich in den (vielleicht schon etwas porösen) Korken zu drehen. So vermindert man das Risiko, dass der Korken abbricht oder zerbröselt. Hier gibt's einen klassischen T-Korkenzieher von Stelton.

2. Kellner- oder Sommeliermesser

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Der Klassiker unter den Weinöffnern. Erfunden wurde er übrigens von einem Deutschen. Ende des 19. Jahrhunderts ließ sich der Rostocker Carl Weinke seine geniale Idee patentieren. Mittlerweile kommt kaum eine Bar oder ein Restaurant mehr ohne das Kellnermesser aus. Und genau daher hat das gute Stück auch seinen Namen. Das klassische Modell ähnelt auf den ersten Blick einem Taschenmesser, besteht aber nur aus drei Teilen. Nämlich...

  • einer Klinge zum Abschneiden der Kapsel, dem sogenannten Folienschneider,
  • der Spindel zum Eindrehen in den Korken
  • und dem Anschlag, der auf dem Flaschenhals aufgesetzt wird.

Das Prinzip ist nun ähnlich wie beim T-Korkenzieher. Die Spindel wird leicht schräg, aber mittig und so weit wie es geht in den Korken eingedreht. Statt direkt zu ziehen, muss der Anschlag ausgeklappt und auf dem Flaschenhals aufgesetzt werden. Der Rest ist profane Physik. Über den Griff wird die Hebelwirkung des Anschlags genutzt, um den Korken aus der Flasche zu ziehen. Bei den etwas einfacheren Modellen wird auf den Folienschneider verzichtet. Doch mit etwas Geschick (und Vorsicht) kann die Kapsel auch mit der Spitze der Spindel entfernt werden. Was Biertrinker freut: Bei einigen Kellnermessern kann der Anschlag auch als Flaschenöffner für gewöhnliche Kronkorken benutzt werden. Ein günstiges Modell von Butlers (inkl. Flaschenöffner) ist hier erhältlich.

3. Flügelkorkenzieher

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Neben den Kellnermessern sind Flügelkorkenzieher in privaten Haushalten vermutlich am weitesten verbreitet. Auch hier bedient man sich beim Entkorken der Flasche dem Hebelprinzip. Wichtig ist dabei, dass die sogenannte Glocke nach dem Entfernen der Kapsel gerade auf dem Flaschenrand aufgesetzt wird. Nur dann dringt die Spindel mittig in den Korken ein. Eingedreht wird die Spindel über ein Griffstück, das in der Regel zugleich als Flaschenöffner benutzt werden kann. Beim Einschrauben werden die beiden Flügel nach oben gedrückt. Wichtig: Sie dürfen nicht mit den Händen blockiert oder festgehalten werden. Zum Heraushebeln des Korkens drückt man die Flügel wieder nach unten zusammen. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass die Spindel bis zum Anschlag in den Korken gedreht wird. Einen klassischen Flügelkorkenzieher von GEFU gibt's hier.

4. Hebelkorkenzieher

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Noch ein wenig eleganter flutschen Natur- und Synthetikkorken aus der Pulle, wenn ein sogenannter Hebelkorkenzieher aufgesetzt wird. Auch hier bedient man sich – wie der Name schon vermuten lässt – dem Hebelprinzip. Der Küchenhelfer selbst besteht aus einer Art Zangenvorrichtung, die die Spindel umschließt, sowie einem Hebel, der bei dieser Weinöffner-Art gleich zwei Aufgaben hat. Beim ersten Hebeln dreht er die Spindel in den Korken, auf dem Rückweg zieht er den Verschluss aus dem Flaschenhals heraus, der von der Klemmvorrichtung fixiert wird. Ein denkbar einfaches und neben der elektrischen Variante auch das kraftsparendste Prinzip des Weinöffnens. Ein reduziertes Modell von BarCraft gibt's hier.

5. Screwpull Korkenzieher

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Das Kinderspiel unter den Weinöffnern. Leichter geht's nicht. Das Screwpull-Prinzip ist die einzige Variante, mit der Korken aus einer Flasche gedrückt werden, ohne das man ziehen oder hebeln muss. Die Idee des Screwpull-Weinöffners stammt vom US-Amerikaner Herbert Allen, der diese Art Weinöffner in den 1970er Jahren entwickelte. Statt des Hebels nutzte Allen das Drehmoment als Schlüssel zum Entkorken. Das einfache Prinzip: Man setzt den Weinöffner am Flaschenhals auf und dreht die dünne und leicht elastische lange Spindel in den Korken hinein. Und zwar so lange, bis sie den Pfropfen nach oben und aus der Flasche zieht. Der benötigte Kraftaufwand ist minimal. Screwpull-Weinöffner bestehen in der Regel aus pflegeleichtem Kunststoff. Bei einigen Modellen haben die Hersteller den Kapselentferner integriert. So auch bei diesem Modell von Victorinox.

Weinabend: Die drei wichtigsten Tools

Nach dem Öffnen ist bekanntlich vor dem Trinken. Wer den Wein seinen Gästen stilvoll präsentieren möchte, füllt ihn am besten in einen Dekanter um. Ansonsten helfen flexible Ausgießer aus PET-Folie, die zusammenrollt und in den Flaschenhals gesteckt werden, um den Wein unfallfrei einzuschenken. Weißweine fühlen sich nach dem Öffnen im Kühlschrank oder einem Weinkühler am wohlsten. Hier ist ein Modell von WMF mit 33 % Rabatt erhältlich. Zum Wohl!

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