Kimmich, Gnabry und Co. : Selbst die übermächtigen Bayern müssen vor den Ungeimpften kapitulieren

Der FC Bayern hat vier seiner ungeimpften Profis – darunter die Nationalspieler Kimmich, Gnabry und Musiala – nachträglich das Gehalt gestrichen, das sie trotz Corona-Quarantäne erhalten haben. Die vermeintlich harte Maßnahme hat lediglich Symbolcharakter.

Kimmich, Gnabry und Co. : Selbst die übermächtigen Bayern müssen vor den Ungeimpften kapitulieren

Der FC Bayern hat vier seiner ungeimpften Profis – darunter die Nationalspieler Kimmich, Gnabry und Musiala – nachträglich das Gehalt gestrichen, das sie trotz Corona-Quarantäne erhalten haben. Die vermeintlich harte Maßnahme hat lediglich Symbolcharakter.

Nein, der FC Bayern hat in Augsburg nicht verloren, weil Joshua Kimmich gefehlt hat. Auch Trainer Julian Nagelsmann war diese Ausrede berechtigterweise "zu plump". Klar, Kimmich ist der Motor im Kader des Rekordmeisters. Aber selbst im Leerlauf bergab überrollen die Münchner normalerweise jedes (sportliche) Hindernis. Nun wird Fußball aber nicht nur auf, sondern auch abseits des Rasens gewonnen – Floskel hin oder her. Das gilt für Kreisligisten und Profis gleichermaßen.

Denn natürlich sorgt der mediale Wirbel um die Münchner Koalition der Impfunwilligen für Unruhe in der Mannschaft. Ob das dem Klub sportlich schadet, sei einmal dahingestellt. Nun ist der FC Bayern aber mehr als ein Verein – er ist ein erfolgsorientiertes Wirtschaftsunternehmen, der mitgliederstärkste Fußballklub der Welt. Kein anderer deutscher Verein orchestriert so penibel seine Außendarstellung. Und Kimmich und Co. musizieren nicht im Takt.

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Ohnmächtige Führungsriege

Dass die Bayern-Bosse dem Quartett der Ungeimpften – bestehend aus Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting – das Gehalt für den Ausfall während ihrer Corona-Quarantäne streichen, ist daher vollkommen richtig. Aber letztendlich zeigt es nur, wie ohnmächtig die Führungsriege in dieser Situation ist. Der Verdienstausfall wird die aus Überzeugung Trotzigen nicht zum Einlenken bewegen.

Denn Kimmich, Sternzeichen Ellenbogen, kann nicht verlieren. Sein Kampfgeist hat ihn schließlich trotz körperlicher Nachteile zum besten Sechser der Welt gemacht. Dass der 26-Jährige Impfskepsis über sportlichen Ehrgeiz stellt, spricht folglich Bände. Ohnehin: Wer im Winter 2021 freiwillig noch nicht geimpft ist, wird es auch in Zukunft nicht nachholen.

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Der Druck der Fans als letzter Ausweg

Was kann der Vorstand also überhaupt noch tun? Die Antwort: herzlich wenig. Am Ende des Tages ist die FC Bayern München AG ein Arbeitgeber – und als solcher kann er seine Angestellten nicht in die Nadel stoßen. Kündigung ist auch keine Option – nicht, dass die Verantwortlichen das jemals in Erwägung zögen. Was bleibt, ist ein absoluter PR-Alptraum. Schließlich sind Kimmich, Gnabry und Musiala nicht irgendwelche Hinterbänkler. Sie sind Nationalspieler, Aushängeschilder, Erfolgs- und Zukunftsgaranten.

Die de facto zahnlose Sanktionierung der vier Profis hat lediglich Symbolcharakter. Dem Arbeitgeber sind letztlich die Hände gebunden. Der Einzige, der Kimmich und Co. noch vom Pieks überzeugen könnte, ist ihr wirklicher Chef – die Fans. Denn die dürften Nackenschmerzen vom Kopfschütteln haben: Wer ungeimpften Millionären beim Kicken zusehen will, muss geimpft oder genesen UND getestet sein. Diese Ungerechtigkeit müssen die Fans thematisieren und so Druck aufbauen, um Impfunwillige vielleicht doch noch zu überzeugen.