Kangaroo Island: "Assassin Spider": Für ausgestorben gehaltene Spinnenart auf australischer Insel wiederentdeckt

Nach einem schweren Waldbrand hielten Wissenschaftler eine seltene australische Spinne für ausgestorben. Jetzt aber gab es eine gute Nachricht.

Kangaroo Island: "Assassin Spider": Für ausgestorben gehaltene Spinnenart auf australischer Insel wiederentdeckt

Nach einem schweren Waldbrand hielten Wissenschaftler eine seltene australische Spinne für ausgestorben. Jetzt aber gab es eine gute Nachricht.

Kangaroo Island ist die drittgrößte Insel Australiens, sie liegt im Südwesten des Kontinents und war von den verheerenden Waldbränden des vergangenen Jahres schwer betroffen. Fatal, denn ein Drittel der Insel ist Naturschutzgebiet und bot zahlreichen Tieren – Koalas, Vögeln, Seelöwen und sogar Pinguinen – eine Heimat. Große Teile der Vegetation verbrannten, es wird lange dauern, bis sich die Natur wieder erholen wird. Doch in den Gebieten, die vom Feuer verschont geblieben sind, machten Wissenschaftler nun eine überraschende Entdeckung.

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Das Team um Dr. Jessica Marsh vom South Australian Museum stieß dort auf zwei Exemplare einer Spinnenart, die eigentlich als ausgestorben galt: eine seltene Unterart der "Assassin Spider", was wörtlich übersetzt, etwas martialisch, "Killerspinne" heißt. Die Spezies aus der Familie Zephyrarchaea austini soll die Erde seit rund 140 Millionen Jahren bewohnen – und es entgegen bisheriger Annahmen noch immer tun. Die letzten Exemplare waren in einem anderen Teil der Insel gesichtet worden, der 2015 von einem früheren Waldbrand völlig vernichtet worden war. Diese Region war bis dahin der einzig bekannte Lebensraum der Tiere gewesen. Man hatte nicht erwartet, dass sie anderswo überlebt haben könnten.

Eine kleine, braune Spinne
Eine Spinne der Familie Zephyrarchaea austini
© Wikimedia Commons

Die Spinnen galten nach Bränden als ausgestorben

"Dies ist das erste Mal, dass die Spezies gesehen wurde, seit schwere Brände ihr bis dahin einzig bekanntes Habitat vernichteten", so Jessica Marsh. "Seither haben wir nach den Spinnen Ausschau gehalten, und es war fantastisch, sie nun zu finden." Die "Killerspinne" von Kangaroo Island lebt ausschließlich im bodennahen Blattwerk, wie es sich nur in unberührter Natur bildet, und auch dort nach Katastrophen wie Waldbränden nur sehr langsam. Gleichzeitig ist es leicht entflammbar und fällt Feuern besonders schnell zum Opfer. Durch diese Lebensraum-Spezialisierung ist die Existenz der seltenen Spinnen akut bedroht.

FS Makrofotografie Garden Photographer of the Year 18.25

Nicht bedroht sind hingegen Menschen durch die Krabbeltiere: Die Spinnen sind nur etwa fünf Millimeter groß und für Menschen nicht gefährlich. Ihren pompösen Namen haben sie nur wegen ihres relativ kräftigen Kiefers, der es ihnen ermöglicht, andere Spinnen zu jagen. Ein anderer Name für die Tiere lautet "Pelikanspinne", da sie einen ungewöhnlich langen Hals haben und durch den ausgeprägten Kiefer tatsächlich ein wenig an die großen Vögel erinnern.

Quellen: "Daily Mail", "News.com.au"