Im Kampf gegen Diabetes: Krankheit kann fast 20 Jahre vor Ausbruch vorhergesagt werden

Der Typ-2-Diabetes kann schon fast 20 Jahre vor seinem Ausbruch prognostiziert werden. An den erhöhten Werte eines einzigen Proteins im Blut kann dies zu erkennen sein. Das geht aus einer Studie schwedischer Wissenschaftler hervor.

Im Kampf gegen Diabetes: Krankheit kann fast 20 Jahre vor Ausbruch vorhergesagt werden

Wissenschaftler in Schweden behaupten, dass ein einziges Protein im Blut das Auftreten von Typ-2-Diabetes fast 20 Jahre im Voraus vorhersagen könnte. Dieser medizinische Durchbruch kann nun potenziell Hunderte von Millionen Menschen weltweit vor der Krankheit retten.

Forscher der schwedischen Universität Lund in Malmö kamen zu dem Schluss, dass erhöhte Werte eines bestimmten Proteins im Blut, Follistatin, den Ausbruch von Typ-2-Diabetes unabhängig von Alter, Gewicht, Ernährung oder Aktivitätsniveau einer Person vorhersagen können. In einer letzte Woche veröffentlichten Studie wiesen die Wissenschaftler darauf hin, dass hohe Follistatinwerte die Krankheit sogar bis zu 19 Jahre vor dem Auftreten von Symptomen prognostizieren können.

Um den Zusammenhang zwischen Follistatin und Diabetes aufzudecken, untersuchten die Forscher 5.300 Personen aus Schweden, Italien und dem Vereinigten Königreich in einem Zeitraum von vier bis 19 Jahren. Follistatin trägt zum Abbau von Körperfett bei, führt aber gleichzeitig zu einer Zunahme von Fett in der Leber. Dies wiederum könne Fettleber und Typ-2-Diabetes verursachen, hieß es. Die Professorin an der Universität Lund und Hauptautorin der Studie Yang De Marinis erklärte in dieser Hinsicht:

"Diese Studie zeigt, dass Follistatin das Potenzial hat, ein wichtiger Biomarker für die Vorhersage von künftigem Typ-2-Diabetes zu werden, und sie bringt uns überdies dem Verständnis der Mechanismen hinter der Krankheit einen Schritt näher."

De Marinis fügte hinzu, dass der nächste Schritt für ihr Team darin bestünde, ein KI-basiertes Diagnosewerkzeug zu entwickeln, das die Blutprobe eines Patienten analysiert und anhand des Follistatinspiegels und anderer Biomarker das Risiko für Typ-2-Diabetes berechnen könnte.

Da der Follistatinspiegel in Abhängigkeit von der Nahrungsaufnahme und dem Aktivitätsniveau ansteigt, gelten die gleichen Ratschläge zur Diabetesprävention wie bisher. De Marinis betonte:

"Ausgewogene Mahlzeiten, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind wichtig, um das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, zu senken."

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Diabetes die neunthäufigste Todesursache weltweit und betrifft fast eine halbe Milliarde Menschen. Die überwiegende Mehrheit der Diabetespatienten leidet an Typ-2-Diabetes, einer Krankheit, die zu Erblindung, Nierenversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Amputation der unteren Gliedmaßen führen kann. Die Zahl der Diabetesfälle vervierfachte sich zwischen 1980 und 2014 weltweit, wobei ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel für den Anstieg verantwortlich gemacht werden.

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