Hyundai Seven trifft auf Kia EV9: Koreanischer Bruderkampf

Während sich viele internationale Autohersteller gerade hinter Chipkrise und Corona Pandemie verstecken, sieht das bei den koreanischen Automarken ganz anders aus. Nicht nur auf der Los Angeles Autoshow zeigt gerade der Hyundai Konzern imposante Stärke und eine klare Richtung in die Zukunft.

Hyundai Seven trifft auf Kia EV9: Koreanischer Bruderkampf

Während sich viele internationale Autohersteller gerade hinter Chipkrise und Corona Pandemie verstecken, sieht das bei den koreanischen Automarken ganz anders aus. Nicht nur auf der Los Angeles Autoshow zeigt gerade der Hyundai Konzern imposante Stärke und eine klare Richtung in die Zukunft.

Man muss sich das SUV-Doppelpack aus den beiden seriennahen Konzeptstudien Hyundai Seven und Kia EV9 auf der Los Angeles Autoshow 2021 nur anschauen - der koreanische Hyundai Konzern will nicht nur mit seiner Edelmarke Genesis zunehmend ins ertragreiche Premiumsegment. Die beiden Oberklasse-Crossover Kia EV9 und Hyundai Seven müssen sich hinter der weltweiten Premiumkonkurrenz keinesfalls verstecken - im Gegenteil. Dabei mag man sich darüber wundern, wieso beide eng miteinander verwobenen Elektro-Crossover auf der Los Angeles Autoshow nur ein paar hundert Meter entfernt auf der gleichen Großveranstaltung im dortigen Convention Center stehen. Bisher hatten es die Koreaner deutlich besser verstanden, vermeintlich eng miteinander verwobene Schwesterprodukte besser voneinander zu trennen. Auf der Automesse in Los Angeles ist es kaum zu verheimlichen, dass hier die gleiche Technik mit einem etwas anderen Hut auf den Bühnen parkt.

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Während sich der Hyundai Konzern in Europa vermehrt in kleineren und mittleren Segmenten aufhält und hier in den vergangenen Jahren auf SUV setzt, ist man gerade in den USA deutlich selbstbewusster unterwegs. Der Kia Telluride und sein Schwestermodell des Hyundai Palisade greifen als Fünf-Meter-SUV mit Luxusausstattungen zum fairen Preis von maximal 50.000 US-Dollar vergleichsweise schamlos höher positionierte Modelle wie den Audi Q7, Mercedes GLE / GLS oder BMW X5 / X7 an - mit Erfolg. Das neue Elektrodoppelpack aus Kia EV9 und dem Hyundai Seven soll dieser Wettbewerb in die nahe Zukunft getragen werden - natürlich elektrisch.

Wie der Kia EV6 basiert die Studie des 4,93 Meter langen EV9 auf der Electric Global Modular Platform für batterieelektrische Fahrzeuge. "Der Kia Concept EV9 ist für uns ein weiterer Meilenstein auf einer unglaublichen Reise seit Anfang des Jahres", sagt Kia-Chefdesigner Karim Habib, "wir haben unsere Absichten klar formuliert - ein weltweit führender Anbieter von nachhaltigen Mobilitätslösungen zu werden - und sind heute stolz darauf, der Welt unsere Elektro-SUV-Studie zu zeigen. Sie verbindet einen hochentwickelten emissionsfreien Antrieb mit einem topaktuellen Außendesign und einem zeitgemäßen, auf innovativer Technik basierenden Innenraum." Das Außendesign des Kia EV9 im Format eines gigantischen Skischuhs wirkt mehr als selbstbewusst, während sich im Innern Dank des 3,10 Meter langen Radstandes eine Wohlfühlatmosphäre wie im heimischen Wohnzimmer verbreitet. Die Bedienung erfolgt per Sprache oder über das 27-Zoll-Breitband-Display. Angetrieben wird das Concept EV9 von einem Elektroantrieb, der in der Realität eine Reichweite von 480 Kilometern realisieren soll. Dank 350-kW-Ladetechnik erstarkt das Akkupaket im Unterboden in weniger als einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent.

Technisch ist der Hyundai Seven mit dem Kia EV9 weitgehend identisch. Er wirkt durch seinen gestreckten und weniger aufrechten Karosseriekörper etwas visionärer und massiver als der von außen betont technisch Kia. Die digitalen Leuchteinheiten im Stile der Konzeptstudie des Hyundai 45 oder des seit kurzem auf dem Markt befindlichen Hyundai Ioniq 5 geben dem rund fünf Meter langen Crossover ein auffälliges Äußeres. "Als ein konkreter Beweis für die Hyundai Vision ‘Progress for Humanity\' verändert die Submarke Hyundai Ioniq die Kundenerlebnisse mit Elektroautos, weil sie unterschiedliche Lebensstile ohne Einschränkungen ermöglicht", betont Thomas Schemera, Executive Vice President und Global Chief Marketing Officer der Hyundai Motor Company, "der Seven spiegelt unser Bekenntnis wider, alltägliche Erfahrungen neu zu definieren, um den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen." Innen präsentiert sich die SUV-Studie auch Dank des langen Radstandes und mächtiger Glasfächen und Sitzecke wie eine rollende Lounge, die nur auf die Fahrerassistenzstufen vier und fünf wartet. Der flache Boden erlaubte den Designern eine Abkehr von der traditionellen Anordnung der Sitze in Reihen, was in einem offeneren und flexibleren Interieur resultiert. Die hinteren Türen öffnen gegenläufig und benötigen keine B-Säule. So entsteht ein großzügiger Zugang zum Innenraum, der durch sein Wohlfühlambiente besticht. Da darf man auf die Serienfahrzeuge gespannt sein. Und auf die Abgrenzung von Marken und Modellen untereinander.