"heute wichtig": Ist recyceln für die Tonne? Warum unsere brandneuen Sneaker im Müll landen

Eine Tüte mit alten Klamotten und Schuhen abgeben, um beim nächsten Einkauf zu sparen: Bei großen Modeketten können sich Konsument:innen ein reines Gewissen kaufen. Ein großangelegtes Experiment zeigt jetzt: Die abgegebenen Schuhe und auch unsere Retouren landen größtenteils im Müll. 

"heute wichtig": Ist recyceln für die Tonne? Warum unsere brandneuen Sneaker im Müll landen

Eine Tüte mit alten Klamotten und Schuhen abgeben, um beim nächsten Einkauf zu sparen: Bei großen Modeketten können sich Konsument:innen ein reines Gewissen kaufen. Ein großangelegtes Experiment zeigt jetzt: Die abgegebenen Schuhe und auch unsere Retouren landen größtenteils im Müll. 

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H&M, Nike, Zara: Zahlreiche Marken werben damit, nachhaltiger werden zu wollen – und nehmen sogar alte Kleidung zurück, um sie angeblich zu recyclen. Bei "heute wichtig" stellt "Flip"-Chefredakteur Felix Rohrbeck in Zusammenarbeit mit der "Zeit" und dem NDR ein Experiment vor: die Sneakerjagd. Dabei schicken elf Prominente ihre Schuhe an die Hersteller zurück oder geben sie an offiziellen Stellen ab, wo sie eigentlich recycelt werden sollen. Das Gegenteil passiert: Selbst Neuware landet oft im Müll

Mülldeponie statt Recyclingkreislauf 

"Nike selbst sagt, dass sie keine makellosen Schuhe schreddern würden. (...) Aber das Statement widerspricht dem, was wir mit eigenen Augen sehen konnten", erklärt Rohrbeck. Das fange schon beim Design von neuen Sneaker-Modellen an: "Diese Vorstellung, dass man einen Schuh wieder in seine Bestandteile auseinandernehmen kann, und dann macht man daraus wieder etwas Neues – so stellt man sich ja eigentlich Recycling vor – das geht gar nicht, so wie Schuhe im Moment konzipiert werden." 

Infobox "Heute wichtig"

Fehlendes Personal macht Intensivstationen zu schaffen 

Nach 20 Monaten Pandemie ist das Pflegepersonal auf deutschen Intensivstationen psychisch und körperlich am Limit. Das Hauptproblem derzeit seien nicht nur fehlende Betten – "man hat zu wenig Pflegepersonal. Sonst könnte man mehr Patienten intensivmedizinisch behandeln", berichtet RTL-Reporterin Josephine Kahnt aus dem thüringischen Gera. 

Das verbliebene Personal sei zwar mit Herz und Seele dabei, doch den nächsten Wochen und Monaten schauen die Pfleger:innen mit "einem mulmigen Gefühl" entgegen. Die einzige Hoffnung: Dass sich mehr Menschen impfen lassen. Denn in Gera beispielsweise sind drei Viertel der Intensivpatient:innen ungeimpft. "Impfen ist ein Schlüssel, nicht der einzige – es ist auch Vorsicht geboten. (...) Aber Impfen ist der richtige Weg, um die Intensivstationen zu entlasten", mahnt deshalb eine Oberärztin der Covid-Intensivstation.