Grossbritannien: Verlockendes Angebot: Tierschutzorganisation will der englischen Armee Kappen aus Kunstfell schenken

Spezielle Einheiten der britischen Armee tragen traditionell die berühmten Bärenfellmützen. Das Problem: Sie sind aus echtem Bärenfell. Tierschützer wollen das nun ändern.

Grossbritannien: Verlockendes Angebot: Tierschutzorganisation will der englischen Armee Kappen aus Kunstfell schenken

Spezielle Einheiten der britischen Armee tragen traditionell die berühmten Bärenfellmützen. Das Problem: Sie sind aus echtem Bärenfell. Tierschützer wollen das nun ändern.

Seit mehr als 200 Jahren tragen spezielle Militäreinheiten in Großbritannien die bekannten, schwarzen Bärenfellmützen. Bei Touristen sind die Soldaten in ihren roten Jacken und charakteristischen Kappen ein beliebtes Fotomotiv – Tierschützern ist die hirstorische Kopfbedeckung aber ein Dorn im Auge. Denn die 45 Zentimeter hohen Mützen werden aus echtem Bärenfell hergestellt. Sie dürfen nur von den Grenadier Guards, den Coldstream Guards, den Scots Guards, den Irish Guards und den Welsh Guards getragen werden.

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Nun haben sich die Tierrechtsorganisation Peta und der Kunstfellhersteller Ecopel zusammengetan, um eine Alternative anzubieten: Sie kreierten eine Fellmütze, die identisch mit den traditionellen Kappen ist, allerdings mit Kunstfell bezogen wird. Sie wurde bereits gründlich getestet und soll wasserfest und sehr stabil sein – somit also keine Nachteile gegenüber Echtfellmützen haben. Und: Peta und Ecopel wollen den Soldaten die Kopfbedeckungen gratis zur Verfügung stellen. Im Vergleich dazu wurden noch im März mehrere zehntausend britische Pfund für neue Bärenfellmützen ausgegeben, in den vergangenen sieben Jahren sollen es laut Peta mehr als eine Million Pfund gewesen sein, die die britischen Steuerzahler dafür ausgeben mussten.

Peta-Kunstfellmützen absolut gleichwertig

Mit dem durchaus großzügigen Angebot wollen Peta und Ecopel dafür sorgen, dass nicht länger "sensible Bären brutal für ihren Pelz geschlachtet werden". Zudem würden die Bärenfellkappen "keinen militärisch Zweck" erfüllen, sondern seien lediglich dekorativ. Und damit stehen die Tierrechtsorganisation und der Kunstfellproduzent nicht allein: Zahlreiche britische Politiker aus verschiedenen Parteien engagieren sich aktuell für ein Verbot des Pelzhandels auf der Insel, und auch Prominente wie Paul McCartney oder Ricky Gervais unterstützen die Forderung.

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Vonseiten der britischen Regierung oder der königlichen Familie gibt es bisher jedoch noch kein Statement dazu, ob das Angebot von Peta angenommen oder abgelehnt werden soll. Die Argumente für den weiteren Einsatz echten Bärenfells müssten in Zeiten von immer mehr Umweltbewusstsein der Menschen aber wohl ziemlich gut sein, um diese fragwürdige Tradition auf lange Zeit fortzusetzen.

Quellen:  "Metro"Peta