Gericht spricht Kyle Rittenhouse in allen Anklagepunkten wegen Mordes an zwei BLM-Aktivisten frei

Ein Geschworenengericht hat Kyle Rittenhouse vom Vorwurf des Mordes und der fahrlässigen Gefährdung im Zusammenhang mit der Erschießung von drei BLM-Teilnehmern an den Unruhen und Protesten im August 2020 in der US-Arbeiterstadt Kenosha, Wisconsin, freigesprochen.

Gericht spricht Kyle Rittenhouse in allen Anklagepunkten wegen Mordes an zwei BLM-Aktivisten frei

Während des Prozesses stellte die Staatsanwaltschaft Rittenhouse als Bürgerwehr-Mitglied dar, das mit einem illegal beschafften Sturmgewehr die Bundestaatsgrenze überquerte und Joseph Rosenbaum und Anthony Huber erschoss sowie Gaige Grosskreutz verletzte. Die drei seien Teil einer "Menge voller Helden" gewesen, die friedlich gegen die rassistisch motivierte Erschießung des Schwarzen Jacob Blake durch die Polizei protestierten.

Seine Verteidigung wies darauf hin, dass Rittenhouses Vater in Kenosha lebt, dass der damals 17-jährige Rettungsschwimmer freiwillig als Sanitäter arbeitete und dabei half, Graffiti zu entfernen und die Menge der Randalierer davon abzuhalten, Geschäfte in Brand zu setzen, als er von Rosenbaum und Huber angegriffen wurde. Sie wies zudem darauf hin, dass Großkreutz aussagte, er habe eine Handfeuerwaffe auf Rittenhouse gerichtet, bevor er erschossen wurde, und argumentierte, der Teenager habe in legitimer Selbstverteidigung gehandelt.

Richter Bruce Schroeder hatte zuvor die Anklage wegen unerlaubten Waffenbesitzes gegen Rittenhouse abgewiesen, da das Smith & Wesson-Gewehr, das er in jener Nacht bei sich trug, nach dem Gesetz von Wisconsin erlaubt war.

Die Proteste gegen die Erschießung von Blake eskalierten am 25. August 2020 zu gewaltsamen Ausschreitungen. Mehrere Geschäfte in der Innenstadt von Kenosha wurden in Brand gesetzt. Nachfolgende Untersuchungen sprachen die Polizeibeamten von jeglichem Fehlverhalten bei der Erschießung Blakes frei, der seinerseits mit einem Messer bewaffnet gewesen war.