Energiewende: Energieversorger EnBW baut Mega-Ladepark für Elektroautos – Es soll der größte in Europa werden

Der Energieversorger EnBW will einen Mega-Ladepark für Elektroautos in Deutschland eröffnen. Es soll die größte Ladestelle in Europa werden. Die E-Tankstelle wirbt mit reinem Ökostrom und mit Schnellladern.

Energiewende: Energieversorger EnBW baut Mega-Ladepark für Elektroautos – Es soll der größte in Europa werden

Der Energieversorger EnBW will einen Mega-Ladepark für Elektroautos in Deutschland eröffnen. Es soll die größte Ladestelle in Europa werden. Die E-Tankstelle wirbt mit reinem Ökostrom und mit Schnellladern.

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW hat eine Mission: Deutschland mit Ladestationen für Elektroautos ausstatten. Dafür setzt das Unternehmen derzeit ein umfangreiches Projekt um und baut einen Mega-Ladepark am Kamener Autobahnkreuz in NRW. EnBW installiert dort 52 HPC-Ladesäulen (High Power Charger), Schnellladesäulen also, mit einer Ladeleistung von bis zu 300 Kilowatt.

Je nach Elektroauto soll bei einem Ladevorgang von fünf Minuten Strom für bis zu 100 Kilometer Reichweite in die Batterie fließen. Fahrzeuge, die keine Schnellladefunktion besitzen, sollen an zwei dort integrierten AC-Ladestellen laden können. Je nach Tarif liegen die Preise für das AC-Laden zwischen 36 und 45 Cent pro Kilowattstunde und zwischen 46 und 55 Cent pro Kilowattstunde für das Schnellladen.

PAID Interview EnBW-Chef Mastiaux 9.56

Bei dem angebotenen Strom soll es sich ausschließlich um Ökostrom handeln. Eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von bis zu 120 Gigawatt, die auf dem Dach der E-Tankstelle installiert werden soll, soll die entsprechende Energie liefern. Nicht verbrauchte Energie soll ins Stromnetz eingespeist werden. Zudem will EnBW seinen Kunden Toiletten zur Verfügung stellen. Zu Stoßzeiten soll ein Foodtruck auf dem Gelände stehen.

Verhältnis von Elektroautos und Ladestationen im Ungleichgewicht

EnBW hat weitere Pläne. Der Energiekonzern baut gezielt Schnellladestationen und will damit offensichtlich den Bedarf der Ladestellen in Deutschland decken. Im Jahr 2030 werden Berechnungen der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur zufolge 440.000 öffentlich zugängliche Punkte nötig sein. Zum Vergleich: Anfang Oktober waren 48.084 Ladepunkte bei der Bundesnetzagentur gemeldet, wovon lediglich 6845 das Schnellladen mit über 22 Kilowatt Leistung ermöglichen. Außerdem sind die Schnellladestellen in den verschiedenen Bundesländern sehr ungleichmäßig verteilt: 1209 in Bayern, 974 in NRW und 80 in Mecklenburg-Vorpommern. Um die Situation zu ändern, schreibt das Verkehrsministerium Bau und Betrieb bis 2023 rund 1000 Schnellladestationen aus.

EnBW kündigt Tausende Schnelllader an

Nach eigenen Angaben betreibt EnBW mit über 650 Schnellladestandorten aktuell das größte Schnellladenetz in Deutschland. Vergangene Woche Montag teilte der Energieversorger mit, dass er gemeinsam mit der Rewe Group hunderte Ladestationen ausschließlich aus Ökostrom vor Supermarktfilialen bauen will. Noch in diesem Jahr soll die Planung der ersten rund 100 Schnellladestandorte bei Rewe und Penny erfolgen. 2022 sollen diese den Kunden dann zur Verfügung stehen. In den kommenden Jahren wollen die Unternehmen hunderte weitere Ladestationen bauen.

Und in Zukunft will EnBW alle 40 bis 50 Kilometer kleinere Ladeparks, alle 200 Kilometer größere Ladeparks bauen. Bis 2025 soll das Netz des Karlsruher Energiekonzerns auf 2500 Schnellladestandorte deutschlandweit anwachsen. So sollen die Lademöglichkeiten für Fahrer von Elektroautos deutlich zunehmen. Anfang Dezember soll zunächst der Ladepark am Kamener Kreuz eröffnet werden.

Quellen: EnBW, EnBW Pressemitteilung, WirtschaftsWoche