Energiekrise: Chinas grüne Pläne verpuffen in grauem Rauch

Die aktuelle Energiekrise hat China dazu bewegt, vorerst auf seine Pläne zum Umstieg auf grüne Energie zurückzufahren. Ein landesweiter Strommangel infolge hoher Kohlepreise zwingt Peking dazu, die Kohleproduktion und –verbrennung wieder hochzufahren.

Energiekrise: Chinas grüne Pläne verpuffen in grauem Rauch

China hat die Kohleproduktion auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2015 hochgefahren, um die Rekordpreise für Energie in den Griff zu bekommen und das Angebot zu erhöhen.

Als größter Kohleproduzent und -verbraucher der Welt produzierte China im Oktober 357,09 Millionen Tonnen Kohle, fast sieben Prozent mehr als im Vormonat. Dies geht aus am Montag veröffentlichten Zahlen der Nationalen Statistikbehörde Chinas hervor.

Darüber hinaus stieg die Kohleproduktion des Landes in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch von 12,05 Millionen Tonnen pro Tag, wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission Chinas mitteilte. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2021 stieg die Kohleproduktion in China insgesamt um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahlen sind das Ergebnis staatlich genehmigter Produktionserweiterungen in über 150 Kohlebergwerken im ganzen Land. Außerdem hat die chinesische Regierung lokalen Behörden untersagt, Kohlebergwerke ohne grünes Licht aus Peking zu schließen und fordert die sofortige Wiederaufnahme des Betriebs geschlossener Bergwerke, sobald die Probleme gelöst sind, die zu ihrer Schließung geführt hatten.

Am Montag fielen in den Häfen Chinas die Kassapreise für Kohle auf fast die Hälfte ihres Standes von Mitte Oktober, als die Nachricht von der Produktionssteigerung und weitere Schritte Pekings zur Eindämmung der anhaltenden Energiekrise des Landes bekannt wurden.

Kohle gilt als der schmutzigste aller fossilen Brennstoffe. Fast 60 Prozent des Strombedarfs in China werden von Kohlekraftwerken gedeckt. Obwohl man in den vergangenen Jahren die Überproduktion von Kohle im Rahmen einer Umstellung auf umweltfreundlichere Energiequellen eindämmen wollte, sah sich Peking kurzem gezwungen, diese Maßnahmen zu revidieren.

Als das Land begann, sich von den Folgen der COVID-19-Pandemie zu erholen, führte ein Anstieg der industriellen Nachfrage zu einer Verdreifachung der Kohlepreise, was die Stromerzeuger dazu veranlasste, ihre Produktion zu drosseln. Dies führte zu Stromausfällen in zahlreichen Industrieanlagen. Berichten zufolge kam es in den vergangenen zwei Monaten in mehreren chinesischen Provinzen zu Stromausfällen und Versorgungsproblemen, von denen sowohl Haushalte als auch eine Reihe von Fabriken betroffen waren.

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