Drama: «Große Freiheit» Schicksal eines verfolgten Homosexuellen

In Cannes wurde «Große Freiheit» bereits ausgezeichnet, das Drama ist österreichischer Kandidat für den Auslands-Oscar. Für seine Hauptrolle wurde Franz Rogowski nun auch für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Drama: «Große Freiheit» Schicksal eines verfolgten Homosexuellen

In Cannes wurde «Große Freiheit» bereits ausgezeichnet, das Drama ist österreichischer Kandidat für den Auslands-Oscar. Für seine Hauptrolle wurde Franz Rogowski nun auch für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Ein starkes Drama über die Unterdrückung von Homosexuellen in Deutschland kommt mit Franz Rogowski in die deutschen Kinos. Der 35-jährige Rogowski ist für seine Hauptrolle für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Er spielt in «Große Freiheit» Hans, der zunächst von den Nationalsozialisten und auch die folgenden Jahrzehnte regelmäßig wegen seiner Homosexualität verurteilt wird. Im Gefängnis trifft er auf Viktor (Georg Friedrich), der ihn anfangs verachtet. Dann aber nähern sich die Männer an und es entsteht eine enge Bindung. Der Regisseur Sebastian Meise zeigt, wie Hans menschenunwürdig behandelt wird, sich nach Liebe und Nähe sehnt - und ihm all das verwehrt wird, nur weil er Männer mag.

«Schwule Liebe war rechtlich bis Mitte der 90er Jahre verboten in Deutschland», hatte Rogowski («Undine», «Happy End») zur Premiere des Films beim Filmfestival Cannes im Sommer der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Dort lief «Große Freiheit» in der renommierten Nebenreihe Un Certain Regard und wurde mit dem Jurypreis ausgezeichnet. Das Drama erhielt bereits weitere Auszeichnungen auf Filmfestivals und ist österreichischer Kandidat für den besten internationalen Film bei der Oscarverleihung 2022. Die Wahl ist aber nur eine Vorstufe im Rennen um den Auslands-Oscar. Im Dezember wird die 15 Titel umfassende Shortlist aus den internationalen Bewerbern bekanntgegeben. Aus dieser Shortlist werden wiederum die fünf nominierten Filme gekürt.

Rogowski sagte zu dem Film weiter: «Die Generation unserer Eltern hatte noch Angst vor Schwulen, weil Deutschland ihnen beigebracht hat, dass Schwulsein kriminell ist.» Mittlerweile seien wir zwar «schon ganz aufgeklärt», «aber die Geschichte wirkt in uns», fand der in Freiburg geborene Schauspieler. «Deutschland hat den Paragraph 175 120 Jahre lang kultiviert. Deswegen beschäftigt uns das Thema noch heute.» Der Paragraph 175 aus dem deutschen Strafgesetzbuch stellte Sex zwischen Männern ab 1872 unter Strafe. Er wurde im Jahr 1994 aufgehoben.

- Große Freiheit, Österreich/Deutschland 2020, 116 Minuten, von Sebastian Meise, mit Franz Rogowski, Georg Friedrich.