Discounter in Großbritannien: Gehaltsplus angekündigt: Lidl zahlt Mitarbeitern mehr Geld – allerdings nicht ganz freiwillig

Die Discounterkette Lidl hat angekündigt, die Gehälter der Mitarbeiter in Großbritannien um durchschnittlich sechs Prozent anzuheben. Ganz freiwillig kommt dieser Schritt aber nicht.

Discounter in Großbritannien: Gehaltsplus angekündigt: Lidl zahlt Mitarbeitern mehr Geld – allerdings nicht ganz freiwillig

Die Discounterkette Lidl hat angekündigt, die Gehälter der Mitarbeiter in Großbritannien um durchschnittlich sechs Prozent anzuheben. Ganz freiwillig kommt dieser Schritt aber nicht.

Gute Nachrichten für Lidl-Angestellte: In Großbritannien will der Discounter ab März 2022 die Gehälter anheben. Konkret sollen Mitarbeitende, die innerhalb Londons bislang 10,85 britische Pfund (GBP) bekommen haben, dann 11,35 GBP erhalten, so die "Lebensmittelzeitung". Umgerechnet entspricht der aktuelle Stundenlohn knapp 13 Euro pro Stunde. Nach der Erhöhung erhalten die Angestellten dann 13,52 Euro. Außerhalb der Hauptstadt erhöht sich der Stundenlohn von 9,50 GBP (11,31 Euro) auf 10,10 GBP (12,03 Euro).Aldi Nord vs. Aldi Süd_16.35

Wer als langjähriger Mitarbeiter für Lidl im Einsatz ist, soll ab März in den Londoner Filialen sogar 12,25 GBP (14,59 Euro) bekommen. (+++Lesen Sie auch: Wann Arbeitgeber keinen Mindestlohn zahlen müssen +++) Die betroffenen Mitarbeitenden können sich über ein Lohnplus von mehr als sechs Prozent freuen. Insgesamt arbeiten rund 21.000 Mitarbeitende in Großbritannien für den deutschen Discounter.

Aldi hat Lohn schon erhöht

Ganz freiwillig hebt Lidl die Stundenlöhne aber nicht an. Im August hatte der Konkurrent Aldi angekündigt, den Mitarbeitenden künftig mehr Geld zu zahlen. Innerhalb Londons sollen die Löhne dann von 10,57 GBP auf 11,32 GBP steigen. Marktführer Tesco zahlt laut der "Lebensmittelzeitung" seinen Angestellten 9,55 GBP pro Stunde. 

Ab April 2022 erhöht sich der Mindestlohn in Großbritannien für Angestellte über 23 Jahren von derzeit 8,91 GBP auf 9,50 GBP. Supermärkte in UK im Wandel - und Aldi und Lidl profitieren 6.15P

Einzelhandel sucht Personal

Lidl betreibt derzeit 850 Filialen auf der Insel und will bis 2023 diese Anzahl auf rund 1000 Geschäfte ausbauen. Dazu braucht der Discounter Personal. Und das ist schwer zu finden. In Großbritannien suchen vor allem die Gastronomie und der Einzelhandel händeringend nach Arbeitskräften. Laut der "LZ" belief sich die Zahl der offenen Stellen im Oktober auf rund 1,17 Millionen, rund 400.000 mehr als vor der Corona-Pandemie. Um Personal zu locken und zu halten, müssen Arbeitgeber deutlich tiefer in die Tasche greifen. 

Laut Angaben von Lidl gegenüber der "LZ" sei die Lohnerhöhung auch eine Anerkennung für "die harte Arbeit und das Engagement der Mitarbeiter an vorderster Front in den letzten 18 Monaten der Pandemie". "Wir haben ehrgeizige Pläne, unser Geschäft in ganz Großbritannien auszubauen, und um das zu erreichen, müssen wir sicherstellen, dass wir die besten Talente für jede Ebene unseres Unternehmens bekommen", zitiert die "LZ" Lidls UK-Geschäftsführer Christian Härtnagel.