Boris Johnson warnt EU: Erwerb von russischem Gas oder Einsatz für Ukraine und den Frieden

Der britische Premierminister hat erklärt, dass die EU bald vor der Wahl stehen wird, ob sie ihre Abhängigkeit von russischen Kohlenwasserstoffen erhöht oder sich für die Ukraine einsetzt. Er unterstrich, dass Großbritannien nicht zum Gegner Russlands werden wolle.

Boris Johnson warnt EU: Erwerb von russischem Gas oder Einsatz für Ukraine und den Frieden

Die Europäische Union werde bald vor der Wahl stehen, ob sie ihre Abhängigkeit von russischen Kohlenwasserstofflieferungen erhöht oder sich für die Ukraine einsetzt. Diese Ansicht hat der britische Premierminister Boris Johnson am Montag bei einem Bankett des Oberbürgermeisters von London geäußert. Er erklärte:

"Wir hoffen, dass unsere Freunde erkennen, dass sie bald vor der Wahl stehen werden, entweder noch mehr von den russischen Kohlenwasserstoffen abhängig zu werden, die durch riesige neue Pipelines kommen, oder für die Ukraine und für die Sache des Friedens und der Stabilität einzutreten, wenn Sie mir erlauben, das so zu sagen."

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Johnson betonte, dass das Vereinigte Königreich wegen der Ukraine kein Gegner Russlands sein wolle, sondern sich ebenso wie seine Verbündeten auf dem europäischen Kontinent für Demokratie und Freiheit einsetze. Gleichzeitig bezeichnete der britische Premierminister Russland als ein großartiges Land und sprach sich gegen jegliche Versuche aus, es zu isolieren. Johnson sagte:

"Wenn wir sagen, dass wir die Souveränität und Integrität der Ukraine unterstützen, dann tun wir das nicht, weil wir Russland konfrontieren wollen oder weil wir dieses große Land in irgendeiner Weise strategisch isolieren oder destabilisieren wollen. Wir sollten nie vergessen, dass das vergossene russische Blut den Sieg über den Nazismus ermöglicht hat."

Er betonte jedoch, dass London sich auf die Zusammenarbeit mit den Staaten konzentrieren wird, die seine Werte teilen. Johnson begründete dies mit dem Engagement Großbritanniens für Demokratie und Freiheit:

"Es ist klar, dass sich einige Länder nicht zu Demokratien des freien Marktes entwickeln werden. Darüber müssen wir uns im Klaren sein. Wir müssen damit umgehen, wir müssen damit arbeiten, wir müssen ein möglichst freundschaftliches und pragmatisches Verhältnis haben. Aber dadurch werden wir enger mit denjenigen zusammenarbeiten, die unsere Werte und unsere Orientierung teilen."

Am Samstag hatte die britische Außenministerin Elizabeth Truss die EU-Länder dazu aufgerufen, mit einer Stimme gegen die Nutzung der Nord Stream 2-Pipeline zu sprechen. Mit Blick auf die Pipeline, deren Bau im September abgeschlossen wurde, wies sie darauf hin, dass die zunehmende Abhängigkeit von russischem Gas die europäische Sicherheit zu gefährden droht.

Russische Behörden hatten wiederholt Behauptungen zurückgewiesen, Russland könnte Nord Stream 2 nutzen, um Druck auf die EU auszuüben. Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, erklärte, Nord Stream 2 sei ein rein wirtschaftliches Projekt, das sowohl Russland als auch Europa zugutekomme.

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