Auto fährt in Menschenmenge: Fünf Tote bei Straßenparade in USA

Es sollte eine idyllische Vorweihnachtsfeier werden und endete in einem Alptraum: Ein Geländewagen steuert in eine Straßenparade in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Wisconsin. Viele Details sind noch unklar. Erste Informationen der Polizei sind düster.

Auto fährt in Menschenmenge: Fünf Tote bei Straßenparade in USA

Bei einer vorweihnachtlichen Straßenparade im US-Bundesstaat Wisconsin ist ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Mehr als 20 Menschen seien verletzt worden und es habe "mehrere Tote" gegeben, teilte die örtliche Polizei am Sonntagabend mit. Im weiteren Verlauf bestätigten die Sicherheitskreise fünf Tote. Unter den Opfern befinden sich den Angaben nach zahlreiche Kinder. Die Feuerwehr teilte mit, elf Erwachsene und zwölf Kinder seien in Krankenhäuser gebracht worden.

Der Vorfall ereignete sich in Waukesha, einem Vorort der Großstadt Milwaukee. In der Kleinstadt fand am Sonntagnachmittag die Waukesha Christmas Parade statt. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Unter anderem ist noch nicht geklärt, ob das Auto vorsätzlich in die Menge gesteuert wurde. Die Polizei ließ bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend ausdrücklich offen, ob es einen terroristischen Hintergrund geben könnte.

Der Polizeichef von Waukesha, Dan Thompson, sagte, ein roter Geländewagen habe Absperrungen durchbrochen, sei auf die Hauptstraße mit der Parade gefahren und habe mehr als 20 Menschen angefahren, darunter Kinder. Er sprach von einem "tragischen Vorfall" und betonte zugleich, es bestehe keine weitere Bedrohung. Ein verdächtiges Fahrzeug sei gefunden worden, ein Mensch sei in Gewahrsam. Weitere Details gab der Beamte nicht. Thompson betonte, dass die Ermittlungen weiter andauern.

Ob die verdächtige Person mit der Polizei kooperiert, war zunächst ebenfalls unklar, berichtete CNN. Wegen andauernder Ermittlungen sollten die Straßen für 24 Stunden gesperrt bleiben. Ein Beamter habe auf das Auto geschossen, um es zu stoppen, sagte der Polizeichef weiter. Dabei seien keine Passanten verletzt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen seien aus dem Fahrzeug keine Schüsse abgefeuert worden.

Augenzeuge Angelito Tenorio, der zeitweise auch selbst an der Parade teilgenommen hatte, berichtete von einem Auto, das "mit voller Geschwindigkeit über die Paradenstrecke raste". "Und dann hörten wir einen lauten Knall und ohrenbetäubende Schreie von Menschen, die von dem Fahrzeug angefahren wurden", sagte Tenorio der Zeitung Milwaukee Journal Sentinel. "Und dann sahen wir, wie die Leute wegliefen oder weinend stehen blieben, und da waren Leute auf dem Boden, die aussahen, als wären sie von dem Fahrzeug überfahren worden."

"Der Wagen raste an uns vorbei", berichtete Chris Germain, Eigentümer einer Tanzschule, deren Schüler an der Parade teilnahmen. Er berichtete dem Sender Fox6 Milwaukee von Rettungssanitätern, die Verletzte auf der Straße versorgten, darunter auch Kinder. Unter den Verletzten seien Schüler der katholischen Schule in Waukesha und ein Priester, berichtete CNN unter Berufung auf die Erzdiözese Milwaukee. Die örtlichen Schulen sollen am Montag geschlossen bleiben.

Viele Familien mit Kindern hatten die Parade besucht. In zunächst nicht verifizierten Videoclips, die sich in sozialen Medien verbreiteten, sind chaotische und verstörende Szenen zu sehen. Aus diversen Perspektiven wurde in verschiedenen Momentaufnahmen ein Geländewagen gefilmt, der in hohem Tempo erst an Teilnehmern der Parade vorbeirast, an anderer Stelle mehrere Menschen rammt und überfährt und schließlich Straßenabsperrungen durchbricht und davonrast. In den Videoaufnahmen sind schreiende und rennende Menschen zu sehen. In einer Szene rast der Wagen nur knapp an einem auf der Straße tanzenden Kind vorbei.

Der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, äußerte sich einem Tweet bestürzt und sprach von einer "sinnlosen Tat". Das Weiße Haus beobachte die Situation in Waukesha und spreche den Betroffenen Mitgefühl aus, berichtete der Sender ABC.

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(rt de/dpa)