20 Jahre Sklavenarbeit in Kasachstan: Mann will zurück nach Russland und bittet um Hilfe

Ein virales Video hat die kasachische Polizei und die russische Botschaft im zentralasiatischen Land auf den Plan gerufen. Der Clip zeigt einen Mann, der nach angeblich 20 Jahren Zwangsarbeit um Hilfe bittet. Der mutmaßliche Sklavenhalter ist inzwischen festgenommen.

20 Jahre Sklavenarbeit in Kasachstan: Mann will zurück nach Russland und bittet um Hilfe

Die kasachischen Sicherheitsbehörden ermitteln gegen einen 44-jährigen Bürger wegen einer mutmaßlichen Freiheitsberaubung, nachdem in den sozialen Medien ein Video aufgetaucht ist, in dem ein russischer Bürger um Hilfe bittet. Der Mann stellt sich als Alexei Kotow vor. Er komme aus dem russischen Gebiet Jaroslawl und werde seit 20 Jahren im kasachischen Gebiet Karaganda als Sklave gehalten. Er wolle zurück nach Russland.

Das Video hat die kasachischen Sicherheitsbehörden auf den Plan gerufen. Sie rückten in die Ortschaft aus, die der Betroffene im Video als seinen Aufenthaltsort angegeben hatte. Die Polizei identifizierte den mutmaßlichen Sklaven als einen 44 Jahre alten Bürger Russlands und nahm einen 44-jährigen Einheimischen fest, der ihn etwa 20 Jahre lang illegal zur Arbeit gezwungen haben soll. Zur Untersuchung aller Umstände schaltete sich auch die russische Botschaft in Kasachstan ein.

Inzwischen fanden die russischen Behörden die Eltern des mutmaßlichen Zwangsarbeiters. Der Ombudsmann für Menschenrechte im Gebiet Jaroslawl, Sergei Baburkin, teilte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit, Alexeis Verwandten hätten all diese Jahre vergeblich versucht, den Vermissten selbst zu finden.

"Anfang der 2000er-Jahre wandten sie sich an das Fernsehprogramm 'Warte auf mich' und konsultierten Wahrsagerinnen, Parapsychologen und so weiter. An die Sicherheitsbehörden wandten sie sich jedoch nicht."

Baburkin fasste die Aussagen der Verwandten kurz zusammen. Demnach hatte Alexei nach dem Abschluss der Berufsschule im Jahr 1995 seine Wehrpflicht zuerst in Russland abgeleistet. Danach diente er unter Vertrag in der kasachischen Armee. Im Mai 1998 wollte Alexei wieder zu seinen Eltern und Geschwistern nach Russland reisen, kam aber nicht. Im Februar 1999 bekam seine Familie einen Brief, in dem der Mann schrieb, er sei an einem Bahnhof in Kasachstan verprügelt worden und liege nun in einem Krankenhaus. Der letzte Brief traf im Juli 1999 ein. Dann brach der Kontakt zu dem Mann ab.

Der interimistische Gouverneur des Gebiets Jaroslawl, Michail Jewrajew, sagte Alexei und seinen Verwandten Unterstützung zu. Man werde dem Ausgebeuteten zuerst einmal eine Kur in einem örtlichen Sanatorium anbieten. Danach werde man ihm, wenn nötig, bei der Arbeitssuche helfen.

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